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Mit »weltwärts« nach Bolivien

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Von: Petra A. Zielinski

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Pia interessiert sich für ein ökologisches Projekt im Ausland. Mit ihrer Mutter Tina Wagner holt sie sich Tipps bei Volunta-Beraterin Petra Michels. Foto: Zielinski © Zielinski

Gießen. Freiwilligenarbeit, Schüleraustausch, High-School-Aufenthalt, Studium, Au-pair, Praktika oder Work & Travel - die Möglichkeiten während oder nach der Schulzeit die weite Welt zu erkunden, sind vielfältiger denn je. Erstmals konnten sich junge Leute auf der JugendBildungsmesse »JuBi« in der Aula der August-Hermann-Francke-Schule über das breitgefächerte Angebot informieren.

An zwölf Ständen gaben nicht nur Experten der internationalen Austausch- und Bildungsbranche, sondern auch ehemalige Teilnehmer wichtige Anregungen und Tipps. »Welche Programme gibt es?« »Welche Voraussetzungen muss ich mitbringen?« Oder »Auf welche Dinge muss ich bei der Vorbereitung achten?« lauteten einige der Fragen.

Bei einem der größten Anbieter, der zum DRK gehörenden Gesellschaft »Volunta«, informierten sich Pia Wagner und ihre Mutter Tina. Pia, die in die 13. Klasse geht, möchte gerne nach ihrem Abitur bei einem ökologischen Projekt im Ausland mitarbeiten. »Wo ist mir egal, mir kommt es auf den Inhalt an«, betonte die junge Frau. Volunta-Beraterin Petra Michels schlug ein Aufforstungsprojekt des Freiwilligendienstes »weltwärts« in Bolivien vor und verwies auf deren Homepage.

»Wir bieten jede Art von Schulaufenthalten - von zwei Monaten bis zwei Jahren - an«, erklärte Saskia Vetter am DFSR-Stand. Zielgruppe des Mannheimer Unternehmens sind Schüler bis achtzehneinhalb Jahren. Ein Schwerpunkt liegt auf den USA, aber auch Kanada, Neuseeland, Australien, Großbritannien, Irland, Spanien, Skandinavien, Italien, Frankreich und La Réunion habe man im Angebot. »Durch Corona geht der Trend vermehrt zu Aufenthalten in Europa«, weiß sie.

»You understand only train station in your English lessons?« lautete die scherzhafte Frage am Stand von »Sutherland Travels«.

Seit 1976 bietet das Unternehmen ausschließlich Sprachreisen in das englische Reading, 50 Kilometer von London entfernt, an. »Die Schüler sind entweder bei Gastfamilien oder in englischen Privatfamilien untergebracht«, erläuterte Cornelia Heinzmann.

Ihr Englischlehrer Dennis Sutherland habe das gleichnamige Unternehmen damals gegründet. »Als ich in der sechsten Klasse war, habe ich selbst zum ersten Mal an dem Austauschprogramm teilgenommen«, berichtete sie. Auch ihre Tochter Luisa war bereits als Schülerin in Reading. »Zuletzt war ich als Betreuerin dabei«, erzählte sie.

Janine Anton vertrat das Familienunternehmen »South Pacific Exchange«. »Meine Eltern sind vor 22 Jahren nach Neuseeland ausgewandert und haben die Firma gegründet«, erläuterte sie. 15 Jahre habe sie selbst in Neuseeland gelebt, bevor sie nach Deutschland zurückgekommen sei. Bis zu 50 Schüler pro Jahr werden auf der Nordinsel Neuseelands von der Familie betreut. »Diese Erfahrungen prägen junge Menschen für ihr ganzes Leben«, weiß sie aus eigener Erfahrung.

Etwas Neues kennenlernen möchte Kirstin Kittel. Die 18-Jährige war auf der Suche nach einem Praktikum außerhalb Europas, »am liebsten in Asien oder Südafrika.« Im Internet hatte sie sich bereits gut informiert und konnte so gezielt Fragen stellen. Auch Junia Gastmann, die wie ihre Freundin die August-Hermann-Francke-Schule besucht, war gut vorbereitet.

»Ich möchte gerne meinen Freiwilligendienst in einem Land absolvieren, in dem ich Englisch oder Spanisch sprechen kann«, erklärte sie. »Ich würde gerne ohne großen finanziellen Aufwand für Kost und Logis arbeiten. Es ist aber nicht einfach, ein solches Projekt zu finden.« Die 18-Jährige möchte möglichst ein Jahr im Ausland verbringen und danach Medizin studieren.

Bereits seit über 20 Jahren lädt der unabhängige Bildungsberatungsdienst »weltweiser« zu der größten Spezialmesse ihrer Art ein. Zeitgleich mit Gießen fanden nach Auskunft von Bildungsberaterin Rahel Schmitz Messen in Stuttgart und Wien statt.

»Eine umfassende Vorbereitung und Beratung bilden den Grundstein für die Wahl des individuell richtigen Programms und somit ein erfolgreiches Abenteuer im Ausland«, machte sie deutlich. Darüber hinaus würden längere Auslandsaufenthalte einen wichtigen Beitrag zur Völkerverständigung leisten.

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