1. Startseite
  2. Stadt Gießen

Miteinander und füreinander

Erstellt:

giloka_0311_BCZ_4660-1_0_4c
Alle Mitwirkenden des Gottesdienstes versammelten sich vor dem Altar. Foto: Czernek © Czernek

Gießen. Mit einem würdevollen Gottesdienst wurde dem 40-jährigen Bestehen der Jugendwerkstatt in der Petruskirche am Wartweg gedacht. Dabei wurde erinnert, dass die Jugendwerkstatt aus der »Beratungsstelle für arbeitslose Jugendliche« unter der Trägerschaft der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) hervorgegangen und auch heute noch organisatorisch mit ihr verbunden ist.

Es war kein Gottesdienst im üblichen Sinne, denn auch die Jugendwerkstatt ist keine gewöhnliche Einrichtung. Innerhalb des liturgischen Rahmens, den Dekan André Witte-Karp gemeinsam mit Pfarrer Dr. Gabriel Brand gestaltete, wurde auch denjenigen Menschen Raum gegeben, die die Jugendwerkstatt zu einem besonderen Ort machen.

Einprägsam waren die Worte von Adelina Berisa und Emilian Markus, zwei Teilnehmer der Einrichtung. Sie sprachen von ihren Wünschen, Hoffnungen und Sorgen, die sie für sich und ihre nächste Umgebung haben. Berisa dankte der Jugendwerkstatt und den Betreuern für die stetige Hilfe und Unterstützung bei allen Fragen und Problemen. Sie wünschte für sich und für alle ein glückliches Leben, Gesundheit und dass manche etwas reifer im Kopf würden. Markus hoffte, dass er später einmal eine Familie durch seine Arbeit ernähren kann und sprach offen von seinen Ängsten, es nicht zu schaffen und dass er dann als Obdachloser enden könnte. Auf diese eindringlichen Worte nahm auch Kirchenpräsident Dr. Volker Jung Bezug in seiner Predigt. Er verknüpfte diese Gedanken mit der vorangegangenen Lesung, der Seligpreisung aus der Bergpredigt. Er regte an, »selig« durch »glückselig« zu ersetzen und spannte damit den Bogen zu jenen Dingen, die sich jeder wünscht, um ein glückliches Leben zu führen. »Was Jesus hier sagt, bringt keine einfachen Lösungen. Jesus sagt aber sehr eindrücklich, was ein gutes, erfülltes Leben ausmacht.« Er versicherte, dass Gott für alle da sei, auch wenn sie noch so gering von sich denken würden. »Ihr seid und bleibt Gottes geliebte Menschenkinder. Versucht miteinander und für einander da zu sein.«

In diesem Sinne sei die Jugendwerkstatt vor 40 Jahren auf den Weg gebracht worden und in diesem Geist arbeitet sie noch heute - mitten in der Welt und einer Gesellschaft, die unbarmherzig, ungerecht und friedlos sein kann. Daher dankte er allen Menschen, die sich an der Botschaft Jesus orientierten und dies ganz konkret in die Arbeit in der Jugendwerkstatt einfließen ließen. Abgerundet wurde der Teil mit Gebeten, die von Mitarbeitern der Jugendwerkstatt eigens für diesen Anlass geschrieben wurden. Darin dankten sie vor allem für jegliche Unterstützung, für die Besonderheit ihrer Arbeit und für die Kollegialität unter allen Mitarbeitern.

Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich überbrachte herzliche Grüße des Ministerpräsidenten und betonte die Bedeutung dieser Einrichtung für die gesamte Region. Oberbürgermeister Frank-Tilo Becher nahm in seinem Grußwort Bezug darauf, dass er schon sehr lange in unterschiedlichsten Funktionen die Jugendwerkstatt begleitet habe. Sie sei ein wichtiger Beitrag für den menschlichen Zusammenhalt, denn jeder habe ein Recht auf seine eigene Chance.

Musikalisch vorzüglich ausgestaltet wurde der Gottesdienst an der Orgel von der Dekanatskantorin Marina Sagorski. Unterstützt und begleitet wurde sie von Martin Zörb am Saxofon. Zu Beginn hatte die Geschäftsführerin Mirjam Aasmann die Teilnehmer begrüßt und sie zu einem gemeinschaftlichen Austausch im Anschluss an den Gottesdienst eingeladen, der von allen sehr gern angenommen wurde.

giloka_0311_BCZ_4636-1_0_4c
Kirchenpräsident Jung bei seiner Predigt. Foto: Czernek © Czernek

Auch interessant