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Mordverdacht in Hindemithstraße

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Mit dieser Aufnahme einer Kamera im Treppenhaus suchen die Ermittler nach einem Tatverdächtigen. © Polizei

Gießen (bl). Ein 56-Jähriger ist tot, ein vier Jahre jüngerer Mann schwer verletzt, schwebt aber nicht mehr in Lebensgefahr: Nach einem Gewaltverbrechen in der Hindemithstraße 13 fahnden die Staatsanwaltschaft und die Gießener Kriminalpolizei nach zwei bisher unbekannten Personen; einer von ihnen ist kurz vor der mutmaßlichen Tat von einer Überwachungskamera im Treppenhaus erfasst worden.

Ermittelt wird wegen des Verdachts des Mordes sowie eines versuchten Tötungsdelikts. Die Obduktion der Leiche habe eindeutige Spuren stumpfer Gewalt gezeigt, bestätigt Oberstaatsanwalt Thomas Hauburger auf Anfrage des Anzeigers. »Wir gehen davon aus, dass der 56-Jährige durch Schläge und Tritte zu Tode kam. Belege für den Einsatz einer Waffe gibt es nicht«, so der Pressesprecher der Strafverfolgungsbehörde. Die Motivlage sei zwar noch unklar, da die beiden Opfer jedoch zweifelsfrei dem Drogenmilieu zuzuordnen seien, sei die Annahme gerechtfertigt, dass die Tat in diesem Kontext zu verorten ist.

Zeugen verständigten an diesem Montag gegen 21.50 Uhr die Polizei, nachdem sie in einer Wohnung des Mehrfamilienhauses offenbar eine gewalttätige Auseinandersetzung wahrgenommen hatten. Die eingetroffenen Polizisten entdeckten schließlich den Toten und den Schwerverletzten. Beide sind deutsche Staatsangehörige., Dazu, ob sie selbst schon strafrechtlich in Erscheinung getreten sind, machte Hauburger keine Angaben.

Gesucht werde nun mit Hochdruck nach zwei Männern, die am Montagabend zwischen 21 und 21.30 Uhr das Treppenhaus betreten haben. Sie sollen schwarz gekleidet gewesen sein und Mützen sowie einen Mund-Nase-Schutz getragen haben. Laut Zeugen ist einer von ihnen etwa 1,70 Meter groß, der andere »einen Kopf größer«. Aufgrund des unmittelbaren zeitlichen Bezugs zu dem Gewaltverbrechen ist der Oberstaatsanwalt davon überzeugt, dass es sich bei dem auf der Aufnahme zu sehenden Mann um einen der Täter handelt. Für die Ermittlungen ist eigens die zehnköpfige Arbeitsgruppe »AG Hindemith« eingerichtet worden. »Wir haben beim K11 in Gießen hervorragende Kriminalbeamte, daher bin ich sehr zuversichtlich, dass wir den Fall erfolgreich aufklären können«, betont Thomas Hauburger.

Für Angaben, die zur Ermittlung und Ergreifung des Täters beziehungsweise der Täter führen, hat die Staatsanwaltschaft Gießen eine Belohnung in Höhe von 1000 Euro ausgesetzt. Hinweise, die in begründeten Fällen auch vertraulich behandelt werden können, werden unter der Telefonnummer 0641/7006-6555 erbeten.

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