1. Startseite
  2. Stadt Gießen

Mukherjee sagt Humboldt-Universität ab

Erstellt: Aktualisiert:

gihoch_2601_Prof_Joybrat_4c_1
Joybrato Mukherjee © Red

Der Chef der JLU Gießen, Joybrato Mukherjee, hat seine Bewerbung für das Präsidentenamt der Berliner Hochschule zurückgezogen. Als Grund nennt er »gleichstellungspolitische Erwägungen«.

Gießen/Berlin (fod). Nur einen Tag vor der Kandidaten-Anhörung für das Präsidentenamt der Humboldt-Universität Berlin (HUB) wurde am Montag bekannt, dass Prof. Joybrato Mukherjee seine Bewerbung zurückgezogen hat. Diese doch ziemlich überraschend kommende Entscheidung - zumal er nur eine Gegenkandidatin und somit hervorragende Aussichten hatte - habe der Präsident der Justus-Liebig-Universität (JLU) der renommierten Berliner Hochschule am Sonntag mitgeteilt, ist der Pressemeldung aus der Bundeshauptstadt zu entnehmen. Mukherjee begründet seinen Rückzug in einer Mitteilung der JLU mit »grundsätzlichen gleichstellungspolitischen Erwägungen«.

Demnach halte er es für »nicht vertretbar«, dass bei seiner Wahl »ein vollständig männlich besetztes Präsidium an der HUB für die kommenden Jahre entstehen würde«. Weiterhin berichtet der 48-Jährige von »zahlreichen Gesprächen«, die es in den letzten beiden Wochen seit Bekanntgabe seiner Kandidatur (der Anzeiger berichtete) gegeben habe. In diesen hatte er sich für eine »zeitnahe Erweiterung des Präsidiums« um eine zusätzliche Position für eine noch zu gewinnende Vizepräsidentin eingesetzt. Allerdings seien die Chancen hierzu für ihn bis zuletzt »leider unklar« geblieben, lässt er wissen.

Zu weiteren Hintergründen möchte sich Mukherjee auf Nachfrage dieser Zeitung öffentlich bis zur HUB-Wahl am 15. Februar nicht äußern. In diesem Zusammenhang verweist er auf eine entsprechende Absprache mit der Berliner Universität, an die er sich »gebunden fühlt«. Auch zu Fragen bezüglich etwaiger Auswirkungen auf seine seit bereits 2009 währende Präsidentschaft an der JLU wolle er vorher nicht Stellung nehmen.

Die HUB hat die Entscheidung Mukherjees, der auch Präsident des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) ist, »mit Bedauern« zur Kenntnis genommen. Foto: JLU

Auch interessant