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Die Solisten Josua Velten, Orgel und die Trompeter Heiko Herrmann und Markus Bebek begeisterten das Publikum beim Neujahrskonzert in der evangelischen Kirche Wißmar.

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Musikalisch glänzender Auftakt

Wettenberg. Einen glänzenden Auftakt nahm das neue Jahr mit dem Neujahrskonzert der Wettenberger Winterkonzerte in der ausverkauften evangelischen Kirche. Festliche und besinnliche, aber auch absolut mitreißende Klänge mit zwei Trompeten und Orgel bestimmten das Programm mit Werken von Händel, Bach, Buxtehude und Fauré. Das Publikum war hellauf begeistert und erklatschte sich zwei Zugaben.

Als Solisten agierten Heiko Herrmann und Markus Bebek (Trompete) sowie Josua Velten an der Orgel.

Heiko Herrmann studierte Musik an den Hochschulen (HS) für Musik und darstellende Kunst Frankfurt. Dort ist er seit 2000 Mitglied des hr-Sinfonieorchesters, des Bläserensembles hr-Brass und Dozent an der Frankfurter HS für Musik. Markus Bebek stammt aus Nürnberg und studierte an der staatlichen HS für Musik und darstellende Kunst Mannheim. Er ist seit 2005 stellvertretender Solotrompeter im Frankfurter Opern- und Museumsorchester. Josua Velten (*2001) aus Lich erhielt ersten Orgelunterricht bei Christoph Koerber in Gießen, war Schüler bei Prof. Martin Lücker, Frankfurt und war an nationalen Wettbewerben erfolgreich. Seit 2019 studiert er Kirchenmusik an der HS für Musik und Theater in Leipzig. Er war Preisträger beim 10. Nordirischen internationalen Orgelwettbewerb 2020 und ist Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes.

In Vertretung der erkrankten Veranstalterin Ilse Bergner begrüßte Ehren-OB Gerhard Schmidt die Besucher und dankte dem Arbeitskreis und den ehrenamtlichen Aktiven für ihre Mitarbeit an der Reihe sowie der Gemeinde, »die diese Konzerte immer wieder möglich macht.«

Los ging’s dann mit zwei Titeln Georg Friedrich Händels: »The Arrival of The Queen of Sheba« und »Mr. Handel’s Celebrated Water Piece«, Suite D-Dur, HWV 431 in fünf Sätzen, beide bearbeitet für zwei Trompeten und Orgel. Mit schönem runden Ton und einem festlichen Orgelklang nahm »Arrival« sogleich für sich ein. Dazu kamen die sauber und gut aufeinander abgestimmten Trompeten. Resultat war allgemeine Fröhlichkeit. Das »Wasserstück« ging man mit leichtfüßigen Trompeten an und schuf schöne Trio-Aktionen. Dazu gemessenes Tempo und einen ruhigen Schritt (»Menuet«), im »Bouree« dann luftige, beschwingte Trompeten und schließlich einen festlichen Choral; insgesamt herrschte Frohsinn.

Sakrale Klangfülle

Johann Sebastian Bachs »In Dulci Jubilo« BWV 751, eine kurze Choralbearbeitung für Orgel realisierte Velten apart instrumentiert, ganz sacht und schön. In Lucas Lossius‹ »Ein Kind geborn zu Bethlehem«, bearbeitet für zwei Trompeten und Orgel, schuf man eine glänzende sakrale Klangfülle, wobei individuelle Sätze in ausgefallenem Klang realisiert wurden.

Von Dietrich Buxtehude stammten drei attraktive Weihnachtschoräle, bearbeitet für Trompete und Orgel: »Puer natus in Bethlehem« und »Vom Himmel hoch da komm« ich her«, welches in einem anderen Klanggewand daherkam, sehr attraktiv und hoch geschlossen musiziert. Ein Glanzpunkt war dann »Lobt Gott, ihr Christen allzugleich«, das äußerst sicher und in großer ruhiger Schönheit umgesetzt wurde, ein Genuss.

Johann Sebastian Bachs »Jesus richte mein Beginnen«, ein Choral aus dem Weihnachtsoratorium BWV 248, bearbeitet für zwei Flügelhörner und Orgel, wurde man in wunderbar einleuchtender Stimmung realisiert, wobei die Flügelhörner einen exzellenten Kontrast darstellten.

Von Gabriel Fauré stammten zwei Motetten: »Ave Verum«, op. 65, 1, in dem Velten das Klangspektrum überzeugend entfaltete und ein schwungvolles Ergebnis schuf. Der Klang war kontrastreich und hoch transparent, es war eine inhaltlich stimmige Umsetzung im klassischen Orgelduktus mit einnehmender Intensität, die kompositorische Vielfalt wurde exzellent realisiert: ein großes vielfarbiges Sprudeln und ein unprätentiöser Abschluss. Nach erheblicher Wucht folgten nun im zweiten Titel zarte, liebliche, fast fragile Klänge und eine exzellente Dynamikgestaltung; optimale Geschlossenheit der Trompeten.

In Felix Mendelssohn-Bartholdys Sonate Nr. 1 f-Moll für Orgel (op. 65,1) in vier Sätzen erwies sich Velten nicht als Lautspieler, sondern als Solist, der sensibel Nuancen ausleuchtet. Auftakt mit einem strahlend klingenden Allegro mit schönen Kontrasten. Im Folgenden baute man ein fulminantes Volumen auf, musizierte ein schön ruhiges Andante mit klarem Ausdruck. Dann tolle gleitende Klangmodulationen, ein Ende in großen Orgel-Flammen: großartig. Sehr ausgeschlafen hatte das Trio ans Finale Hans André Stamms (*1958) Suite für 1-2 Trompeten und Orgel gesetzt. Es erwies sich als Überraschung. Die ganz ungekünstelte Komposition in drei Sätzen begann mit »Peppiludio« flott, und schlagerhaft lebendig, mit einem mitreißend swingenden Groove; die Orgel hüpfte förmlich daher: top. »Cavatine« fiel ruhig, fast besinnlich aus, höchst ästhetisch mit einer gewissen sakralen Tendenz. Das finale »Irish Delight« jedoch sauste mit ganz leichtfüßigem Ton, wunderbar erzählerisch und mit attraktiven, originellen Interaktionen mit der Orgel absolut mitreißend durch das Haus.

Ein besseres Glanzlicht war nicht denkbar, der Beifall wollte kein Ende nehmen - das Publikum war sich seiner Sache ganz sicher und fuhr einfach fort. Pfiffig kam als erste Zugabe das »Delight« nochmal, mit vielleicht sogar etwas mehr Schwung. Dann noch Händels »Lascia ch’io pianga«, ein ruhiger, nahezu besinnlicher Choral um wieder zur Ruhe zu kommen. Ein dramaturgisch perfekt gelungenes Konzert auf sehr hohem Niveau, ein angemessener Start ins neue Jahr.

Die Spenden am Ausgang waren diesmal für den Gleiberg-Verein zur Erhaltung der Burg Gleiberg gedacht.

Als nächste Konzerte sind in der evangelischen Kirche in Wißmar geplant:

Samstag, 29. Januar , 17 Uhr Sonderkonzert: J.S. Bach, Largo für Solo-Violine, W.A. Mozart Duo für Violine und Viola KV 423 und F. Schubert, Streichquintett. Es musizieren Solisten von internationalem Rang.

Sonntag, 20. Februar, 17 Uhr, Kammerkonzert des hr-Sinfonieorchesters: Werke von Beethoven, Ravel, Fauré, Jongen für Harfe, Flöte und Streicher.

Sonntag, 6. März. 17 Uhr, Solo-Werke und Duos von G. Tartini und J.S. Bach für Violine und Cembalo. Es musizieren Mikhail Pochekin und Christian Brembeck.

Gegenwärtig stehen 90 Plätze zur Verfügung. Es gelten die allgemeinen Hygieneregeln, Impfnachweis ist erforderlich. Anmeldung unter info@winterkonzerte.de.

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