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Nachteulen im Westbad-Becken

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Der Startschuss ist ein Startsprung: Bürgermeister Alexander Wright und Kreisbeigeordneter Christian Zuckermann eröffnen das 24-Stunden-Schwimmen. Foto: Jung © Jung

Gießens Bürgermeister abgetaucht: Mit einem Sprung ins Wasser eröffnete Alexander Wright das 24. Stunden-Schwimmen im Westbad. Insgesamt 243 Teilnehmer legten 42 120 Kilometer zurück.

Gießen. Gleichzeitig tauchten der Gießener Bürgermeister Alexander Wright und sein Parteifreund und Kreisbeigeordneter Christian Zuckermann in das Becken des Westbades ein. Kraftvoll sprangen sie von den Startblöcken und legten gleich richtig mit Kraulen los. Sie waren die ersten beiden Schwimmer beim 24 Stunden Schwimmen der DLRG-Kreisgruppe Gießen. So wie in der Vergangenheit wird dieser Startschuss, der hier eher ein Startsprung ist, immer Prominenten aus der Politik übertragen.

Die beiden legten nur eine kurze Strecke zurück, dann überließen sie ihre Bahnen den anderen 243 Teilnehmenden, die in 27 Gruppen an der achten Auflage dieser Veranstaltung teilnahmen. Von Samstag 14 Uhr bis Sonntag 14 Uhr kam die beachtliche Strecke von 42 120 Kilometern zusammen, die im Wasser zurückgelegt wurde.

Vorstandsmitglied Alexander Sack hatte das 24-Stunden-Schwimmen eröffnet und freute sich, nach einer einjährigen Pause wieder am Becken zu stehen und das Startsignal geben zu können. Erfreut waren die Verantwortlichen über die gute Teilnahme, denn im Vorfeld war nicht klar gewesen, ob wegen Corona die bisherigen Einzelschwimmer und Gruppen auch wieder zum Schwimmen kommen würden. Doch es nahm einen positiven Verlauf, wie der Referent für Öffentlichkeitsarbeit der DLRG-Kreisgruppe Gießen, Christian Momberger, zufrieden feststellt.

Die Lichter gingen dieses Mal nicht aus in der Nacht im Westbad, in den Abendstunden leerte sich das Becken etwas, doch um 2.30 Uhr schwammen noch einige Nachteulen ihre Bahnen und genossen die besondere Atmosphäre beim Kampf um den Nachtpokal.

Eric Seller ist wohl ein Nachtmensch, 7900 Meter schaffte er mit 158 Bahnen und sicherte sich damit den ersten Platz. 209 Teilnehmer hatten bis zu dieser Uhrzeit 25000 Bahnen schwimmend hinter sich gebracht. Mächtig ins Zeug legte sich während der 24 Stunden Vasileios Tekdis, er schwamm 1290 Bahnen und erreichte damit 64500 Meter.

Von Gießen bis Frankfurt

Das ist in etwa die Entfernung von Gießen nach Frankfurt, ein Autofahrer braucht bei normaler Fahrt dafür rund 52 Minuten. Bei den Frauen siegte Ann Sophie Meier, die 836 Bahnen hinter sich brachte und eine Distanz von 41,3 Kilometern schwamm. Davon war sie nachts unterwegs mit 160 Bahnen und schaffte, als andere schliefen, 8000 Meter durch das Wasser.

Anders als beim normalen Schwimmbetrieb ging es bei der Veranstaltungen im Westbad zu. Manche Teilnehmende machten auf den mitgebrachten Liegen ein Nickerchen, um sich für den kommenden Einsatz zu wappnen. Essen war ausnahmsweise erlaubt, und so stärkten sich alte und junge Teilnehmer, die mit ihrem Startgeld - das sich auf insgesamt 1700 Euro summierte - dem Verein damit finanziell unter die Arme griffen.

Alle Teilnehmenden konnten ihre Schwimmleistungen innerhalb der 24 Stunden jederzeit beginnen, unterbrechen und später wieder fortsetzen. Dass Schwimmen in jedem Alter beliebt ist, zeigte sich auch an den folgenden Zahlen: Der älteste Teilnehmer war 83 Jahre alt, er schwamm 84 Bahnen und war damit im Wasser auf einer Strecke 4,2 Kilometer unterwegs. Mit 87 Jahren übertraf ihn altersmäßig eine Teilnehmerin, die 1100 Meter und Bahnen zurücklegte.

Mit sechs Jahren stieg die jüngste Teilnehmerin ins Wasser. Sie verließ das Becken nach 32 Bahnen und 1600 Metern, etwas erschöpft aber zufrieden.

Der Wanderpokal für den originellsten Gruppennamen wurde an die Gruppe »Hai-Lich« vergeben. Leider war kein Vertreter der Gruppe mehr anwesend, sodass die Trophäe nicht überreicht werden konnte.

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Alexander Sack, Mitte, übergibt die Pokale an die Sieger Ann Sophie Meier und Vasileios Tekdis. Foto: Jung © Jung

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