Neubaugebiet in Gießen: "Nicht geplant, zu enteignen"

  • schließen

GIESSEN - (olz). Es ist still geworden um das geplante Neubaugebiet "In der Roos" in Rödgen. Gut, nicht so ganz still. Das hat jüngst eine schriftliche Bürgeranfrage von Birgit Müller an den Magistrat verdeutlicht. Geantwortet hat Bürgermeister Peter Neidel (CDU) in der Bauausschusssitzung.

Bläulinge umgesiedelt

Im Ort werde darüber gesprochen, dass die Stadt im nächsten Schritt plane, zur Umsetzung des Baugebiets Grundstückseigentümer zu enteignen. Sie bitte deshalb um Informationen zum Stand der Dinge, schreibt Müller. "Es ist nicht geplant, zu enteignen", antwortet Neidel. Der Bürgermeister verweist auf das Baulandumlegungsverfahren, in dem bebaubare Grundstücke geschaffen werden sollen.

Ausführlich widmet sich Müller dem geschützten Ameisenbläuling. "Das Monitoring der Umsiedlungsmaßnahmen hat ergeben, dass die Population der Ameisenbläulinge noch auf der Fläche in der Roos vorhanden ist. Der Erhalt der Population ist gesetzlich vorgeschrieben", merkt die Gießenerin an. Sie fragt, ob mit den Baumaßnahmen begonnen werden soll, obwohl die Population des Ameisenbläulings nicht umgesiedelt werden konnte. "Die Ameisenbläulinge wurden im vergangenen Jahr umgesiedelt", entgegnet der Bürgermeister.

Derzeit werde geprüft, ob auf der alten Fläche noch Einzelexemplare sind. Das Normenkontrollverfahren, das ein betroffener Landwirt angestoßen hat, habe keine aufschiebende Wirkung, erläutert Neidel auf die dritte Frage. Die Stadt beurteilt die Situation anders als die Gießenerin, die davon ausgeht, dass wegen des Verfahrens noch keine Rechtssicherheit besteht. "Wir gehen davon aus, dass das Verfahren keinen Erfolg haben wird", resümiert dagegen der Christdemokrat.

Das könnte Sie auch interessieren