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Neue Außenfassade kommt bald

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Von: Frank-Oliver Docter

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Das »nackte« Gebäude bietet in seinem derzeitigen Zustand wahrlich keinen schönen Anblick. Foto: Kozachynska © Kozachynska

Das Forschungsgebäude Aulweg 129 der JLU Gießen wird ab Anfang 2023 aufwendig saniert. Mitarbeiter haben sich in einem anonymen Schreiben massiv über die Zustände beschwert.

Gießen . Fast auf dem höchsten Punkt des Aulwegs stehend ist es nicht zu übersehen: das Wissenschaftsgebäude der Justus-Liebig-Universität (JLU) mit der Hausnummer 129. Was an dem siebenstöckigen klotzförmigen Bau, der 1970 errichtet wurde, besonders ins Auge sticht, ist seine »Nacktheit«. Seit 2018 nämlich schon ist es ohne Außenfassade. Diese wurde damals demontiert, »um der Gefahr des Herunterfallens von Teilen vorzubeugen«, erklärt eine JLU-Sprecherin auf Nachfrage des Anzeigers. Auslöser für Letztere war ein anonymes Schreiben von Hochschulbeschäftigten, die in dem Gebäude tätig sind und sich massiv über die Zustände beklagen. So herrsche ohne die Fassade »in den Innenräumen im Sommer große Hitze und im Winter Kälte«. Was man je nach Jahreszeit »mit elektrischen Kühlanlagen und Ventilatoren« oder »elektrischen Heizlüftern« bekämpft. Gerade angesichts der aktuellen Energiekrise durch den Ukraine-Krieg sei das jedoch »Energieverschwendung«, betonen die Briefeschreiber und fordern eine baldige Verbesserung der Situation.

5,6 Millionen Euro

Auf eine neue Außenfassade müssen die Mitarbeiter tatsächlich nicht mehr allzu lange warten. Wie die JLU weiter berichtet, ist als Baubeginn Anfang 2023 vorgesehen. Die komplette Fassadensanierung werde nach bisherigem Stand rund 5,6 Millionen Euro kosten. Begonnen hätten die Planungen dafür im Übrigen bereits mit Abnahme der alten Fassade. Zusätzlich sollen »entsprechend der Betriebserfordernisse nach und nach auch im Innenbereich Sanierungen erfolgen«, teilt die Hochschule mit. Derzeit sind im Gebäude folgende Institute beziehungsweise Einrichtungen untergebracht: Institut für Physiologie der JLU, Bereichswerkstatt der JLU, Lehrräume des Fachbereichs Medizin, Arbeits- und Sozialmedizin des Universitätsklinikums (UKGM) sowie die Professur für Innere Medizin (Kardiologie).

Trotz seines schon beträchtlichen Alters möchte die Hochschule das Bauwerk nicht abreißen und durch ein neues ersetzen, sondern »längerfristig nutzen«, wird betont. Die Nachbarschaft hätte eine andere Entscheidung vermuten lassen können. Befinden sich doch direkt unterhalb davon das hochmoderne Biomedizinische Forschungszentrum Seltersberg (BFS) mit seiner kunterbunten Außenfassade und auf der gegenüberliegenden Straßenseite mehrere ebenfalls noch ziemlich neue Forschungsbauten der Medizin wie der des Exzellenzclusters Kardio-Pulmonales System.

Ob sich die Verfasser des Beschwerdeschreibens über die guten Neuigkeiten freuen, kann man angesichts deren Anonymität nur vermuten. Da sie die Zeit ohne Außenfassade aber mit »fast zehn Jahren« angeben, ist es für die Sanierung wohl höchste Zeit.

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