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Neue Bedeutung für einfache Dinge

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Von: Heike Pöllmitz

Wetzlar. Die Gemeinschaftsausstellung »Das Banale und das Schöne« der beiden Wettenberger Mechthild Trimborn und Reiner Packeiser ist zum 17. Juli ist in der Galerie des Wetzlarer Kunstvereins (Hauser Gasse 17) zu sehen.

Der Vorsitzende Hans Hochheim stellte das Künstlerduo bei der Eröffnung am Sonntag und seine Werke im Gespräch vor. »Mechthild Trimborn kam durch ihr Interesse für Meditation zur chinesischen und japanischen Tuschemalerei, die sie für sich weiterentwickelte«, erklärte Hochheim. »Es ist die Wertschätzung des Materials, die mich begeistert und eine ganz andere Herangehensweise ermöglicht«, erklärte Trimborn. »Ich habe für die Werke in dieser Ausstellung nichts neues gekauft, sondern mit dem gearbeitet, da war, weil ich zu der Welt, in der alles immer mehr, immer bunter, immer schneller sein muss einen Gegenpol setzen möchte«, sagte die Wetttenbergerin, die gerne auch Dinge einbringt, die sie auf der Straße findet. Auf die provokante Frage Hochheims: »Und warum sollen wir Deine Sachen überhaupt anzuschauen?« antwortet die Künstlerin pragmatisch: »Weil ich die Besucher inspirieren will, den einfachsten Dingen ein ganz neue Bedeutung zu geben.«

Reiner Packeiser hat Kunst studiert und nebenbei als Bühnenbildner gearbeitet. »Von den bunten Farben wechselte er ins Schwarz-Weiße, geht seinen Weg konsequent in eine Richtung und arbeitet mit Graphitpulver«, so Hochheim, der den Künstler nach der Besonderheit dieses Werkstoffes fragte. »Ich versuche das Licht darzustellen, trage mit Schwämmchen oder Filzstückchen das Graphitpulver in verschiedenen Schichten auf und versuche so, etwas Lebendiges zu schaffen«, so Packeiser.

Wie in der Realität gibt es keine klaren Linien, die einen Gegenstand begrenzen, hellere und dunklere Flächen lassen die Formen erkennen. Packeisers Bilderserie »Liliths Garten« ist inspiriert von der ersten Frau Adams, die in einem mittelalterlichen jüdischen Text als intelligente, selbstständige Frau geschildert wird, die mit Adam ihre gleichberechtigte Lust leben und sich ihm nicht unterordnen will.

Die ansprechende Ausstellung im Alten Rathaus ist freitags von 16 bis 18 Uhr, samstags von 11 bis 14.30 Uhr und sonntags von 13 bis 16 Uhr geöffnet.

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