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Neue Bilderwelten dank »Qwiek-up«

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Von: Albert Mehl

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Im Bann der Berge: Ralf Müller demonstriert den »Qwiek-up«-Projektor im Zimmer von Susamma Müller. Foto: Mehl © Mehl

Im Caritashaus Maria Frieden in Gießen kommt zur Unterhaltung ein neuer High-Tech-Projektor zum Einsatz. Profitieren sollen davon besonders bettlägerige und demenzielle Menschen.

Gießen. Mit André Rieu bei einem Konzert in Wien-Schönbrunn schwelgen. Oder meditativ bei Naturbetrachtungen in den Bergen entspannen. Oder sich an eigenen Fotos aus der Kinder- und Jugendzeit oder Aufnahmen von Familien-Angehörigen erfreuen. Das sind nur drei Beispiele der Möglichkeiten, die ein »Qwiek-up« bietet. Das ist ein neuer High-Tech-Projektor, den der Caritasverband Gießen für die Einrichtung Maria Frieden angeschafft hat und der den 98 Bewohnerinnen und Bewohnern jetzt zur Verfügung steht.

Das habe schon für »viel positive Resonanz« im Haus gesorgt, berichtet Leiter Andreas Fölsing. Denn nachdem das Gerät - wenn man so will eine Fortentwicklung des guten alten Overhead-Projektors - im Juni für drei Wochen in der lokalen Dependance des römisch-katholischen Wohlfahrtsverbands in Deutschland getestet worden sei, habe man sich schnell für die Anschaffung entschieden. »Wir sind voll davon überzeugt«, betont der Bereichsleiter des Caritasverbands.

Entwickelt wurde »Qwiek-up«, ein insgesamt knapp 80 Zentimeter großer und 25 Kilogramm schwerer Projektor, wie viele Neuerungen der Wohlfahrtspflege in den Niederlanden. »Dort ist es schon sehr verbreitet, und von dort ist es dann nach Deutschland rübergeschwappt«, erklärt Fölsing. Gefüttert werden kann das Gerät mit Modulen, die entweder ein fertiges Programm mit Videos anbieten (wie etwa das Rieu-Konzert) oder auf die man ganz einfach per USB-Stick eigene Bilder überspielen und mit Musik unterlegen kann. »Das geht ganz einfach«, ergänzt Ralf Müller, der zusammen mit Natalie Fuss vom Team Soziale Betreuung von Maria Frieden erste (positive) Erfahrungen gesammelt hat. Müller hat auch schon eine eigene Bilderschau erstellt und ausprobiert. Nach ersten Erprobungswerten sollte die jeweilige Schau circa zehn bis 20 Minuten dauern. »Qwiek-up ist auch ganz simpel zu bedienen«, nennt die Gießener Caritasdirektorin Eva Hofmann einen wichtigen Aspekt. So kann der Projektor ohne großen Aufwand in die einzelnen Zimmer des im April 2015 errichteten Caritashauses im Südwesten der Lahnstadt gebracht und speziell für die jeweilige Bewohnerin oder den Bewohner abgespielt werden.

»Gerade bei bettlägerigen Personen ist das eine große Hilfe«, erläutert Andreas Fölsing. Denn die Bilder können nicht nur an die Wand, sondern auch an die Decke projiziert werden. Vor allem bei demenziellen Menschen ließen sich die positiven Auswirkungen durch die langsamere Bildfolge gut beobachten. Man sehe richtig, wie die mit Musik untermalten Bilder in den Bann zögen, berichtet Ralf Müller. Das zeigt sich auch, als »Qwiek-up« im Zimmer von Susamma Müller demonstriert wird. Das Geschehen aus der Bergwelt verfolgt sie sehr interessiert.

Sehr angetan von dem Projektor waren Delia Catalina und ihr Mann Mircea, die Inhaber der Stern-Apotheke in der Frankfurter Straße in Gießen. »Das ist sinnvoll gerade für Menschen, die nichts mehr können außer zu liegen«, zeigt sich die Apothekerin begeistert. Sie erklärte sich spontan bereit, die Hälfte der Anschaffungskosten von 6500 Euro zu übernehmen. Ebenso sah es Dr. Peter Hanker, Vorstandssprecher der Volksbank Mittelhessen. Und so leistet »Qwiek-up« nun seine Dienste im Caritashaus Maria Frieden. Vielleicht werden ja statt André Rieu-Auftritten auch bald »Rolling Stones«- oder »Queen«-Konzerte in den Zimmern abgespielt und an die Wand geworfen. Dank »Qwiek-up«.

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Sehr angetan: Dr. Peter Hanker, Delia Catalina, Eva Hofmann und Andreas Fölsing (von links) halten die Neuanschaffung für sehr sinnvoll und unterstützenswert. Foto: Mehl © Mehl

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