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Neue Holzorgel in altem Forstgarten

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Von: Thomas Wißner

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Der Dienstagskranz spendet 1500 Euro für die neue Holzorgel. Foto: Wißner © Wißner

Bis zu 28 Holzarten aus Deutschland, dazu zwei »Exoten« soll die neue »Holzorgel« aufzeigen, die derzeit gefertigt wird. Zum Frühjahr soll sie im Akademischen Forstgarten Gießen aufgestellt werden.

Gießen. Im Hinblick auf das 200-jährige Bestehen des Akademischen Forstgartens im Jahre 2025 soll dieser wieder aufgewertet und dabei auch historische Gegebenheiten erneuert und modernisiert werden. »Den neuen alten Garten in Verbindung zu seiner Geschichte bringen und dabei die neue Technik einbinden«, versprach Forstamtleiter Ralf Jäkel, als im Holz- und Technikmuseum Wißmar die neu entstandene Holzorgel in Augenschein genommen wurde. Genauer gesagt handelt es sich um eine neue Baumartenorgel. Diese soll ihr in die Jahre gekommenes Pendant, das in den letzten Jahren ebenso wie auch der gesamte Akademische Forstgarten vernachlässigt wurde, ersetzen.

Bis zum Frühjahr soll das im Holz- und Technikmuseum errichtete fast sechs Meter lange, 2,56 Meter hohe und eineinhalb Meter breite Orgelbauwerk im Forstgarten aufgestellt werden. Der Standort steht schon fest, jedoch noch nicht alle Hölzer für die Orgel. Waren es bisher 16, so soll die neue Orgel nach den Worten von Revierförster Jörg Sennstock 25 bis 28 Holzarten umfassen »und damit dann alle Standardarten Deutschlands mit ein bis zwei Exoten zeigen. Wir wollen gerne auf Anregung von Dr. Hasselbach alle Hölzer mit QR-Codes versehen, um weitere Erläuterungen zur Holzart anzubieten«, dankte Sennstock dem Leiter des Amts für Umwelt und Natur der Stadt Gießen, Dr. Gerd Hasselbach für diese Anregung.

Am Vorstellungstermin im Holz- und Technikmuseum nahmen neben Hasselbach und Gießens Umweltdezernentin Gerda Weigel-Greilich auch Vertreter des Dienstags-Kranz zu Gießen teil. Dessen Vorsitzender Axel Pfeffer hatte im Beisein der Kranzfreunde beim traditionellen Jahresbesuch im Forstgarten im Juni versprochen, dass sich die Mitglieder bei einem Neubau der Holzorgel an den Kosten beteiligen werden.

Forstmänner

Es ist dies eine besondere Verbindung, die der vor 197 Jahren gegründete Dienstagskranz mit dem Akademischen Forstgarten hat, waren doch die Kranzgründer Forstmänner wie eben Prof. Carl Justus Heyer (Mitglieds-Nummer 4) und auch der langjährige Dienstagskranz-Präsident Geheimrat Prof. Dr. Richard Heß, zu dessen Ehren ein Stein und ein 1911 gepflanzter Eichenbaum im Akademischen Forstgarten steht. Hier treffen sich die Kranzmitglieder einmal jährlich.

Die jetzt im Holz- und Technikmuseum nachgebaute Holzorgel aus Lärchenholz soll im Forstgarten direkt an den Garten zum Mittelgrundstück aufgebaut werden. Ermöglicht hatten den Neubau die beiden Zimmermeister Mirko Döring und Reiner Klinkel. Gerhard Nebhuth hat im Forstgarten die historische Aufarbeitung betrieben und die Vorlagen für den Neubau geliefert. Anhand dieser Bilder und Skizzen des Architekten Horst Dittmar (Aßlar) erstellte Döring ein CAD-Modell, das dann als Bauvorlage diente. Aber auch ein Zimmereibetrieb in Heuchelheim musste bei diesem Werk helfen, konnten doch nicht alle Arbeiten ehrenamtlich im Holz- und Technikmuseum ausgeführt werden.

Viele Arbeitsstunden

Dieter Mülich vom Holz- und Technikmuseum hatte dies berichtet, aber die bisher aufgewendeten Arbeitsstunden noch nicht alle gezählt. »Viele, viel Stunden sind aufgelaufen, auch an drei Wochenenden wurde gearbeitet«, verriet Mülich. Die Holzstämme für das Gewerk wurden durch Sennstock ausgesucht, der dabei nach eigenen Angaben »die zweitschönsten Baumstämme auswählte, die sowieso abgängig waren«. Gemeinsam mit Schatzmeister Hans Maas und Ehrenpräsident Jochen Werner, der auch als Forstgartenbeauftragter fungiert, überreichte Pfeffer seitens des Dienstagskranzes wie versprochen einen Spendenscheck über 1500 Euro.

Weigel-Greilich verwies darauf, dass auch die Agenda Gruppe 21 Natur und Umweltschutz am Projekt mitwirkt. Diese wird das Fundament erstellen. Bewusst ist allen auch, dass nach fünf bis sieben Jahre die »Orgelstämme« erneuert werden müssen. Gießen kann sich so im kommenden Jahr auf eine neue alte Attraktion im Akademischen Forstgarten freuen.

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