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Neuen Anforderungen stellen

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Zur offiziellen Einweihung des neuen Gebrauchtwagen- und Logistikzentrums des Autohauses Michel in der Zeppelinstraße kamen viele Geschäftsfreunde und Kunden. Foto: Wißner © Wißner

Bodenständig in die Zukunft: Autohaus Michel bezieht dritten Standort in Gießen in der Zeppelinstraße. Auch Hessens Ministerpräsident a.D., Volker Bouffier, kam zur offiziellen Einweihung.

Gießen. »In solch bewegten Zeiten eine solche mutige Entscheidung zu treffen ist ein Signal der Zuversicht. Ihr habt ein Zeichen gesetzt, das weit über die Region hinausgeht, ein Zeichen der Zuversicht«, bescheinigte Ministerpräsident a.D. Volker Bouffier der Geschäftsleitung des Autohauses Michel. Auch er war zur Einweihung des in der Zeppelinstraße auf einem 25 000 Quadratmeter großen Areal errichteten Gebrauchtwagen- und Logistikzentrums gekommen. Insgesamt waren 300 Gäste und 100 Mitarbeiter der Einladung gefolgt, wurde doch nicht nur die Einweihung des mittlerweile dritten Firmenstandorts in der Universitätsstadt gefeiert, sondern auch das 60-jährige Firmenbestehen - Corona-bedingt mit einjähriger Verspätung.

»Es ist toll. Für mich ist es überragend, fast 300 Leute wieder in einer Halle zu sehen und ihnen ins Gesicht schauen zu können«, begrüßte Moderator Markus Pfeffer in der Werkstatt die Gäste. Gesellschafterin Petra Michel-Förstl erinnerte an das Gründungsjahr des Unternehmens 1961, als der VW Käfer das Objekt der Begierde war und der Liter Benzin umgerechnet 25 Cent kostete.

Ihr Vater Ewald Michel hatte mit Ehefrau Elli und drei Mitarbeitern damals in der Grünberger Straße, wo sich auch heute noch der Firmenstammsitz befindet, einen Kfz-Betrieb mit Tankstelle eröffnet und den Sprung in die Selbstständigkeit gewagt. »Leidenschaft, Fleiß, Bodenständigkeit, zuverlässige, loyale Mitarbeiter und nicht zuletzt zufriedene und treue Kunden von der ersten Stunde an, sind und waren Fundament und Garant für den Erfolg des Unternehmens«, betonte Michel-Förstl und ging auch auf die ständig wachsenden Wünsche und Herausforderungen des Partners Volkswagen ein.

Um diesem wie auch den Kunden Rechnung zu tragen, wurde 1993 mit zwei weiteren ortsansässigen Automobilhändlern das große Gemeinschaftsprojekt Automeile in den ehemaligen Rivers-Barracks umgesetzt, dort 2000 das Audi-Autoforum, 2009 ein Gebrauchtwagenzentrum und 2018 das Nutzfahrzeug- und Karosseriezentrum an der Automeile eröffnet. Zudem erfolgte 2012 der Großumbau am Stammsitz in der Grünberger Straße mit Sanierungs-, Abriss- und Neubauarbeiten.

»Mit der Entwicklung dieses Gebrauchtwagen- und Logistikzentrums in der Zeppelinstraße 3, auf dem ehemaligen US Depot-Gelände, stellen wir uns den neuen Anforderungen der Branche. Weiterentwicklung in allen Belangen wird bei uns großgeschrieben - personell, prozessual, im Fahrzeug- und Serviceangebot sowie im Angebot moderner, vielfältiger und individueller Mobilitätslösungen für unsere Kunden. Mit dem neuen Standort verwirklichen wir also nicht nur ein Stück Leidenschaft, sondern auch unsere Vision und Strategie für die Zukunft: Weiterentwicklung des Unternehmens zusammen mit der nächsten Generation«, verriet die Gesellschafterin. Die Entscheidung für dieses Großprojekt, die bisher größte Einzelinvestition in der Firmengeschichte, wurde gemeinsam mit der dritten Generation getroffen, die künftig das Unternehmen in die Zukunft führen wird. Patrick Kaspari vom Bauunternehmen Borgers ging auf die gut zwölfmonatige Bauphase ein, in der ein modernes, rund 2054 Quadratmeter großes Gebrauchtwagenautohaus sowie ein Logistikzentrum mit 657 Quadratmeter entstand.

Nur acht Prozent der gesamten Außenanlagen wurden vollversiegelt, 92 Prozent wurden zu Pflaster-, Schotter- oder Grünflächen umgewandelt und bleiben somit versickerungsfähig, um das Grundwasser anzureichern. Wie bereits an den anderen beiden Standorten praktiziert, wird auch hier die Fahrzeugwäsche mit aufbereitetem Niederschlags- und Brauchwasser über Zisterne betrieben. Bei den Gebäuden wurde der KfW55-Standard an die Energieeffizienz von Gebäuden erfüllt. Bei der Schlüsselübergabe an die beiden geschäftsführenden Gesellschafterinnen Michel-Förstl und Andrea Michel-Lebeau, Gesellschafter Prof. Kai Förstl und Geschäftsleitungsmitglied Regina Förstl, teilte Michel-Lebeau mit, dass seit der Übernahme des Gebäudes am 24. Mai sukzessive Prozesse wie technische Ausstattungen sowie Einrichtung fertiggestellt und IT Infrastruktur geschaffen wurde. Auch einige Arbeitsplätze sind bereits umgezogen. Bis Ende Juli soll der Umzug abgeschlossen sein.

Über 150 Fahrzeuge wurden vom ehemaligen VW Gebrauchtwagen-Standort An der Automeile in die Zeppelinstraße gebracht. »Der Gebrauchtwagen-Umzug ist besonders für jene Mitarbeiter ein emotionales Ereignis, die vor 13 Jahren das VW Gebrauchtwagen-Zentrum An der Automeile eröffnet und über all die Jahre weiterentwickelt haben. Die geplanten Neuwagenanlieferungen und Fahrzeugaufbereitung sowie Großkundenauslieferungen werden bereits hier in der Zeppelinstraße durchgeführt«, ebenso die Neuwagenanlieferungen und Fahrzeugaufbereitung.

Jan-Hendrik Hülsmann, Leiter Vertriebsorganisation, Kundenmanagement und Digitalisierung der Volkswagen AG, gratulierte und betonte, dass das Autohaus Michel ein Familienbetrieb ist, »wie es sich Volkswagen von seinen Händlern wünscht: verlässlich, klar fordernd, aber mit Verstand - das passt. Die Automobilbranche wird sich in den nächsten zehn Jahren mehr verändern als in den 60 Jahren davor. Die E-Mobilität hat den Durchbruch geschafft, die Autos werden immer vernetzter. Aber trotz aller Transformation und Digitalisierung braucht es ein Gesicht, das zum Kunden steht und dafür brauchen wir heute und künftig den stationären Einzelhandel«.

Und gerade über diesen stationären familiengeführten Einzelhandel verfüge Konkurrent Tesla nicht. Das Autohaus Michel sei nicht nur in Gießen, sondern auch in der Interessenvertretung der Händler ein bekannter Name. »Diese Investition ist ein klares Bekenntnis zum Automobil. Das Automobil wird auch in Zukunft das bevorzugte Vehikel der individuellen Mobilität bleiben«, unterstrich Bouffier mit Hinweis darauf, dass es doch insbesondere in ländlichen Regionen nur schwer vorstellbar sei, dass alle fünf Minuten U- oder S-Bahn vorbeikommt. Der ehemalige Landesvater sprach sich für »eine vernünftige Mixtour vom Fußgänger über Radfahrer zum Autofahrer aus«.

Dem Autohaus Michel bescheinigte er »als familiengeführtes, mittelständiges Unternehmen ein Musterbeispiel des wirtschaftlichen Erfolges zu sein, das auch nach 60 Jahren weiterhin auf starke Kundenorientierung, persönliche Begegnung und individuelle Beratung setze und damit Weitsicht und Mut zur Zukunftsgestaltung beweise.

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Schlüsselübergabe mit Jan-Hendrik Hülsmann (VW), Petra Michel-Förstl, Prof. Kai Förstl, Regina Förstl, Ministerpräsident a. D. Volker Bouffier, Patrick Kaspari (Bauunternehmen Borgers), Philipp Lebeau und Andrea Michel-Lebeau (v.l.). Foto: Wißner © Wißner

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