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Neuer Versuch: Tempo-30-Zone in der Wetzlarer Straße soll erweitert werden

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Erneuter Versuch des Kleinlindener Ortsbeirats: Die Geschwindigkeitsbegrenzung in der Wetzlarer Straße soll vom Ortseingang bis zur Kreuzung Frankfurter Straße verlängert werden. © Jung

Der Kleinlindener Ortsbeirat unternimmt einen erneuten Vorstoß und verlangt von der Stadt eine Tempo-30-Zone auf der gesamten Wetzlarer Straße vom Ortseingang bis zur Frankfurter Straße.

Gießen . Die Kleinlindener unternehmen einen erneuten Vorstoß und verlangen von der Stadt eine Tempo-30-Zone auf der gesamten Wetzlarer Straße vom Ortseingang bis zur Kreuzung Frankfurter Straße. Nachdem Dr. Ralf Sänger (Grüne) in der vergangenen Sitzung mit seinem Ansinnen, im gesamten Stadtteil und außerorts auf der Allendorfer Straße eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf 30 km/h einzurichten, gescheitert war, schrieb er einen neuen Antrag.

»Klarheit und Transparenz«

Tempo 30, das in der Wetzlarer Straße schon auf einem Teilbereich gilt, würde »für alle beteiligten Verkehrsteilnehmenden Klarheit und Transparenz schaffen«, begründet er unter anderem den erneuten Anlauf. In der Vergangenheit hatten Bestrebungen vom Ortsbeirat nicht zum Erfolg geführt, das wurde jetzt in kurzen Wortbeiträgen wieder deutlich. Günter Helmchen (FW) stimmte dagegen, Dr. Klaus-Dieter Greilich (FDP) votierte dafür, »auch wenn der Antrag von den Grünen stammt«.

Fleißig sei die FDP gewesen, bemerkte die stellvertretende Ortsvorsteherin Anja Helmchen (CDU), die ein Teil der Sitzungsleitung übernahm, weil der Ortsvorsteher als einziger FDP-Vertreter die Anträge für den entschuldigten Arne Sommerlad erläutern musste. Doch von den fünf Anträgen der Freidemokraten nahmen nur zwei unbedeutende den Weg ins Stadthaus. Den Rest zog der Ortsvorsteher nach ausführlicher Beratung und Diskussion und der Erkenntnis, dass ihnen kein Erfolg beschieden sei, zurück.

»Das Verschieben auf die lange Bank wäre unverantwortlich«, sagte Greilich zum Wunsch, dem Ortsbeirat bis zu den Sommerferien nach Abstimmung mit der Freiwilligen Feuerwehr Kleinlinden erste Planungen für den Bau eines neuen Feuerwehrgerätehauses vorzulegen. Zudem sollen im Haushaltsplan für 2023 ausreichende Mittel eingestellt werden.

Gerätehaus für Feuerwehr bis 2030?

»Zeitlich zu forsch«, war das für Eike Henning Hinrichsen (Grüne). Er merkte an, der Bau des Feuerwehrgerätehauses sei jetzt Sache des neuen Oberbürgermeisters als Brandschutzdezernent, und negierte damit die von Greilich zitierten Aussagen der ehemaligen OB Dietlind Grabe-Bolz zur Sicherheit und Notwendigkeit eines Neubaus. Wehrführer Martin Hofmann verfolgte das Geschehen bei der Bürgervertretung mit Interesse, zu Wort kam er indes nicht. Gerne hörte er das Bekenntnis von Dr. Klaus-Dieter Greilich: »Wir müssen die Feuerwehr unterstützen!« Und auch die Bemerkung von Oberbürgermeister Frank-Tilo Becher (SPD), der bekräftigte »Kleinlinden hat eine hohe Priorität«, nahm er zufrieden zur Kenntnis. Becher versteht den Antrag als politische Dringlichkeit, rät aber zu Realismus und erklärte: »Wir werden viel Sorgfalt brauchen.« Günter Helmchen regte eine Diskussion zum Standort an und erklärte, für ihn sei Agenda 2030 realistisch. Auch wenn Greilich verdeutlichte, dass es nur um Planungen ging, war keine Zustimmung zu seinem Antrag aus dem Gremium zu erkennen: Er zog ihn daraufhin zurück.

Gleiches erging dem FDP-Papier, beim Neubau der Grundschule der Brüder-Grimm-Schule ausreichend Platz für die Schülerbetreuung einzuplanen und die so zu gestalten, damit die Räume in den Abendstunden als betreuter Jugendtreff genutzt werden können. Das Schulgelände werde für Treffen in den Abendstunden genutzt, mit sichtbaren Folgen wie Müll, Getränkeflaschen und Scherben. Den Jugendlichen werde mit der Gestaltung einer Schülerbetreuung, die sich auch als betreuter Jugendtreff nutze ließe, ein zentraler Anlaufpunkt geboten. Dr. Ralf Sänger verwahrte sich dagegen, die Jugendlichen in Verbindung mit Vandalismus zu bringen.

Vor vier Jahren beschäftigte sich der Ortsbeirat schon einmal mit dem Thema Drogenhandel und -konsum an der Brüder-Grimm-Schule. Besorgte Eltern seien der Hintergrund für den Berichtsantrag gewesen, klärte Dr. Klaus-Dieter Greilich auf.

Günter Helmchen meinte, man solle einfach mal den Hausmeister fragen, der sehe schließlich alles. Die Schulleitung, die ja offizieller Ansprechpartner ist, stelle sich dagegen schützend vor die Schülerinnen und Schüler. Eva Janzen (SPD) regte einen runden Tisch an, verworfen wurde der Vorschlag von Dr. Ralf Sänger eine Studie zu erarbeiten, die alle Schulen der Stadt umfasse. Greilichs erneute Reaktion: Zurückziehen des Antrags.

Zustimmung erhielt er zur Bitte an den Magistrat, unbeantwortete Anträge aus dem vergangenen Jahr bis zu den Sommerferien nachzureichen. Ebenso einstimmig schloss sich das Gremium der Erinnerung an den Beschluss aus dem Vorjahr zum Aufstellen eines Behälters für Hundekotbeutel an, zu prüfen sind die Standorte und Alternativen zu Plastikbeuteln.

Der bis dato fehlende Geldautomat der Sparkasse und das Schwimmbad in Kleinlinden riefen eine Bürgerin auf den Plan und sie nutzte den Antrittsbesuch von Oberbürgermeister Frank-Tilo Becher um ihre Fragen los zu werden. Seit gestern ist die Abholung von Bargeld wieder möglich, Sicherungsmaßnahmen könnten den Ablauf etwas beeinträchtigen, berichtete Becher.

»Geht fair miteinander um«, rief ein Besucher die Bürgervertreter auf und blickte zurück auf das von ihm so empfundene schlechte Klima in der vergangenen Sitzung. Und stellte fest: »Das war eines Ortsbeirates nicht würdig.« Ohne Regung ließ das Gremium die Ansprache über sich ergehen.

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