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Noch kein Wasser »unterm Kiel«

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Nach über 2500 Betriebsstunden muss die »Lahnlust«, das Flaggschiff des Marinevereins, überholt werden. © Jung

Das größte Eventboot des Marinevereins, die »Lahnlust«, wird derzeit generalüberholt. Über 2500 Betriebsstunden haben ihre Spuren hinterlassen. Erst Ende April wird sie einsatzbereit sein.

Gießen. Das größte Boot des Marinevereins hat derzeit noch kein Wasser »unterm Kiel« und ist demzufolge noch nicht für Fahrten und Events auf der Lahn einsatzbereit. Sonst kann man es im gesamten Jahr buchen. Doch dieses Jahr - vom 1. Februar bis 23. April - ist die »Lahnlust« wegen Reparaturarbeiten nicht einsatzbereit, heißt es auf der Homepage des Vereins. Somit ist die Winterpause für das Event-Boot noch nicht zu Ende, weiß Vorsitzender Klaus Emrich.

Sein ganzer Stolz ist die »Lahnlust«, hier sitzt er gerne am Steuer und schippert voller Freude mit den Gästen über den Fluss. »Ein Batzen Geld« kostet die Generalüberholung und das tut dem Gießener Traditionsverein, der durch Corona schon schwer betroffen ist, »sehr weh«. Wer das schmucke Boot jetzt auf dem Gelände von Kanutours liegen sieht, hat eine ungefähre Vorstellung davon, dass allein der Transport mit einem Kran von Wasser zu Land zu Wasser eine ordentliche Summe verschlingt, denn das muss alles fachmännisch erledigt werden. Emrich und seine Vereinskameraden brennen schon auf die Saisoneröffnung, dem bekannten »Antuckern«, wenn alle Boote des Vereins vereint über die Lahn schippern und fröhliche Menschen an Bord die Fahrten genießen. Der nahende Frühling bescherte dem Marineverein schon viele Anfragen. Gruppen und Vereine wollen das Boot mieten, auf dem 40 Personen Platz haben, wo getanzt werden kann, Alleinunterhalter Stimmung verbreiten und Events jeder Art möglich sind. Eine Bar lädt zum Verweilen ein, das Boot besitzt ein Musikanlage und ein großer Bildschirm kann zusätzlich Partystimmung vermitteln.

Antuckern

Wer sich gerne auf der Lahn das »Jawort« geben will, muss sich beeilen, acht Trautermine sind schon gebucht. Nachfragen bestehen auch für Fahrten mit den übrigen drei Wasserfahrzeugen. Bleibt zu hoffen, dass die Corona-Pandemie das alles wieder ohne Einschränkungen möglich macht, blickt Emrich zuversichtlich in die Saison.

Wenn man jetzt um den Katamaran herumgeht, sieht man, dass das 15 Meter lange und 4,80 Meter breite Gefährt eine gründliche Renovierung benötigt. Die Holzverkleidungen und der Unterwasseranstrich lechzen nach Farbe. Und auch was man von außen nicht erkennen kann, bedarf einer Überholung: Die Antriebe unter dem Partyboot müssen eine große Inspektion über sich ergehen lassen, 2500 Betriebsstunden bislang haben ihre Spuren hinterlassen. Viele helfende Hände von Vereinsmitgliedern sind nötig, um die hohen Kosten der Generalüberholung zu minimieren, Fachfirmen übernehmen die speziellen Arbeiten.

Arbeitseinsatz

150 bis 200 Arbeitsstunden im Ehrenamt leisten die Marinefreunde und Bekannte. Schließlich drängt die Zeit, denn das Boot muss wieder auf das Wasser, damit Einnahmen sprudeln. Denn nicht nur die Fahrzeuge kosten Geld, auch die Gebäude auf dem Vereinsgelände am Wißmarer Weg müssen in Schuss gehalten werden. Klaus Emrich schaut aber hoffnungsvoll in Frühjahr und Sommer. »Sobald die Sonne scheint, kommen die Gäste, denn Wasser übt nach wie vor eine Faszination aus«, resümiert er aus eigener Erfahrung. Die Gastronomie mit dem schönen Biergarten direkt an der Lahn lädt nach den Fahrten zum Verweilen ein.

Seit 2014 ist die »Lahnlust« auf dem Gießener Gewässer unterwegs, gebaut wurde sie in einer Werft in Havelberg an der Elbe. 160 000 Euro hat die Anschaffung gekostet.

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