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Noch sehr gewöhnungsbedürftig

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Von: Rüdiger Schäfer

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Bauleiter Frank Risken beaufsichtigt den Einbau der Umlaufschranken am Brandplatz. © Rüdiger Schäfer

Die neue Verkehrssituation durch die Ausweisung einer Fahrradzone in der Neuen Bäue bis zum Brandplatz in Gießen sorgt noch für einige Irritationen und zahlreiche Wendemanöver.

Gießen. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier, heißt ein Sprichwort. Hinzufügen müsste man: insbesondere der Autofahrer. Denn schon vor Wochen hat es Verkehrsdezernent Alexander Wright in der Presse angekündigt und auch mannshohe dreidimensionale Displays in der Neuen Bäue aufstellen lassen: Den Hinweis, dass ab dieser Woche von der Einmündung der Johannesstraße in die Neue Bäue bis zum Marktplatz und im nördlichen Teil der Sonnenstraße, Kanzleiberg bis zum Brandplatz der gesamte Bereich eine Fahrradzone sein wird. Am Montag wurden die entsprechenden Verkehrszeichen angebracht und Piktogramme auf den Teerbelag der Straßen aufgeschmolzen.

Wendemanöver

Doch selbst das Verkehrsschild, dass die Straße nun eine Sackgasse ist, wurde kaum beachtet. Solche Verkehrsschilder wurden auch am Berliner Platz angebracht, um einem unnötigen Hineinfahren in die Neue Bäue vorzubeugen. Als dann am Donnerstag das Tiefbauamt die Einfahrt vom Kanzleiberg zum Brandplatz mit Umlaufschranken versah, war das Chaos perfekt. In zeitlich geringerem Abstand als im Minutentakt pirschten sich die Autofahrer heran, sahen, dass die Zufahrt zum Brandplatz nicht möglich war und fuhren sodann in die Schlossgasse hinein. Aus der gab es jedoch kein Entrinnen, da am Ende, zum Kirchenplatz, die Ausfahrt mit Poller versperrt ist. Also waren zig Wendemanöver angesagt, und zurück ging es Richtung Berliner Platz. Wer von dort dennoch unbedingt auf den Brandplatz zum Parken wollte, musste über die Südanlage, Westanlage, Nordanlage und Kennedyplatz bis zur Walltorstraße und dann durch die Braugasse. Oder über die Ostanlage, Nordanlage bis zur Dammstraße, dann über die Walltorstraße bis zur Braugasse. Dies erklärte Frank Risken, zuständiger Bauleiter des Tiefbauamtes am Donnerstag an der fortan versperrten Brandplatzzufahrt einem nachfragenden Autofahrer, der sich zwangsläufig beim Wendemanöver befand.

Risken erzählte dem Anzeiger, dass das Ordnungsamt stets mittwochs und freitags die Schranken für die Marktbeschicker öffnen werde. Alle Parkscheinautomaten seien tags zuvor abgebaut worden, da jetzt nur noch Anwohnerparken erlaubt sei. Das Ordnungsamt werde allerdings eine zweiwöchige Karenzzeit dulden, die Falschparker informieren statt bereits mit Knöllchen zu traktieren.

Bei den am Donnerstag zur Mittagszeit am Kanzleiberg an der Schlossseite parkenden Autos waren nur die Hälfte als Anlieger gekennzeichnet. In einem lag sogar ein gültiger Parkschein bis 12.35 Uhr hinter der Windschutzscheibe, obwohl in dem gesamten Areal kein einziger Parkautomat mehr vorhanden ist.

Parkplätze für Lastenräder

In der Neuen Bäue wird es »drei bis sieben Parkplätze für Lastenräder« beim Klatschmohn geben, so der Bauleiter. Die bisherige Ladezone dort wurde auf die Gegenseite verlegt. Allerdings würde es bedingt durch Lieferprobleme noch einige Tage dauern, bis die Halterungen vom Hersteller geliefert seien. An drei normale Fahrradbügel können Zweiräder an der Ecke zum Trillergäßchen angeschlossen werden. Hier soll auch eine Fahrradreparaturstation installiert werden, an der die Fahrer per mechanischer Pumpe ihre Reifen aufpumpen können. Per Seilzug ist es möglich, die Zweiräder anzuheben, um Defekte einfacher zu beheben. Allerdings könne der Lieferant erst Ende November diese Station zur Verfügung stellen. Im Trillergäßchen sind an der Ecke zum Neuen Weg sieben Fahrradbügel installiert. Auch in dieser Gasse gibt es fortan kein Kurzzeitparken mehr.

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Die Piktogramme werden auf der Fahrbahn, hier Sonnenstraße, aufgebracht. Fotos: Schäfer © Schäfer

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