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»Note 2« für Lehrgangsbesten

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Daniel Raggente © Red

Mithilfe der Arbeitsagentur Gießen legt Daniel Raggente, vor acht jahren aus Eritrea geflüchtet, erfolgreich seine Prüfung zur Fachkraft Lagerlogistik ab und findet direkt eine Anstellung

Gießen (red). Vor acht Jahren flüchtete der heute 47-jährige Daniel Raggente aus Eritrea nach Deutschland. Von 2015 bis zur Schließung des Betriebes im letzten Jahr arbeitete der fünffache Familienvater aus Gießen als Lagerhelfer bei einem Lebensmittelproduzenten. Weil das Einkommen gering war, stockte das Jobcenter den Lohn seinerzeit durch Arbeitslosengeld 2 auf.

Raggente meldete sich im Herbst 2020 bei der Arbeitsagentur (AA) Gießen arbeitslos. Schon während des ersten Gesprächs erkannte die Arbeitsvermittlerin das Potenzial des Flüchtlings, der in seinem Heimatland nach einem Betriebswirtschaftsstudium beim Militär arbeitete. Aufgrund seiner mehrjährigen Erfahrung als Lagerarbeiter und der sehr guten Deutschkenntnisse schlug sie ihm vor, sich beim Institut für Berufs- und Sozialpädagogik (IBS) auf die IHK-Externenprüfung ›Fachkraft Lagerlogistik‹ vorzubereiten, um somit einen Berufsabschluss zu erlangen. Die Weiterbildungskosten übernahm die Agentur für Arbeit. Nach einem halben Jahr legte der Mann aus Abessinien als einer der Lehrgangsbesten die Gesellenprüfung mit der Note ›Zwei‹ ab. Dann ging alles ganz schnell: Auf Empfehlung des IBS-Projektkoordinator Jürgen Theiß nahm Raggente als »frisch-gebackende« Fachkraft Lagerlogistik eine Beschäftigung beim Personal Leasing Team Panzer auf. Der dortige Personaldisponent war sofort begeistert von dem engagierten Mitarbeiter. Und das zu Recht. Schon kurz nach der Überlassung an einen Maschinenbaukonzern im Lahn-Dill-Kreis wurde Raggente dort übernommen. Er wird dort als zuverlässiger, motivierter und leistungsorientierter Mitarbeiter wahrgenommen.

Durch die Weiterbildung, die mit dem Erwerb eines Berufsabschlusses endete, konnte Daniel Raggente nicht nur sein Risiko wieder arbeitslos zu werden deutlich minimieren. Er ist seither auch nicht mehr auf die ergänzenden Leistungen des Jobcenters angewiesen. Der Familienvater kann die siebenköpfige Familie finanziell selbst unterhalten. Leistungsbereitschaft und Motivation werden auch bei den anderen Familienmitgliedern großgeschrieben: Raggentes Ehefrau, die als Hilfskraft in einem Pflegeheim arbeitet, wird im kommenden Jahr eine Ausbildung zur Altenpflegerin beginnen. Zudem besuchen die drei ältesten Töchter das Gymnasium. »Die Große will Betriebswirtschaft oder Architektur studieren,«, sagt der stolze Vater abschließend in bemerkenswertem Deutsch. Foto: AA Gießen

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