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Oberstes Gebot: pünktlich da sein

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Von: Rüdiger Schäfer

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Das schmeckt: Doch wer beim beliebten Suppenfest zu spät kommt, läuft Gefahr, nichts mehr zu kriegen. Foto: Schäfer © Schäfer

Beim Suppenfest in der Gießener Sudetenlandstraße können mehr als 20 Kreationen probiert werden - zumindest solange der Vorrat reicht. Viele leidenschaftliche Köche waren beteiligt.

Gießen. Nordstadtmanager Lutz Perkitny war nicht nur satt, er wirkte vor allem sichtlich zufrieden. Das lag an der abermals positiven Resonanz auf das Suppenfest in der Sudetenlandstraße. Und es hatte sich nicht nur bis zu Stadträtin Astrid Eibelshäuser herumgesprochen, pünktlich um zwölf Uhr da sein zu müssen. »Sonst ist die Gefahr groß, dass du nichts mehr kriegst.« Auch Wohnbau-Geschäftsführerin Dorothee Haberland war bereits kurz vor »high noon« eingetroffen.

Endlich war es wieder soweit, es gab Nachschlag: Nach zwei Jahren Corona-Pause konnte am Samstag das zehnte Bewohnerfest auf dem Grünstreifen der Sudetenlandstraße gefeiert werden. Die hatte sich zwischen Asterweg und Schottstraße für einen Nachmittag abermals in eine große Küche mit mehr als 20 lecker dampfenden Suppen aus aller Herren Länder verwandelt. Auf den vielen Kochstellen brodelten die unterschiedlichen Variationen, von denen man schlendernd kosten konnte. Jung und Alt trafen sich zum Kochen, Probieren, Tratschen und Rezepte tauschen. All das sorgte wie bei den neun vorhergehenden Suppenfesten für eine ganz besondere Atmosphäre.

Begeisterte und leidenschaftliche Köche waren im Vorfeld erneut aufgefordert, ihren ganz persönlichen Geschmack mit einer Suppe in einem fünf bis zehn Liter fassenden Topf der Öffentlichkeit vorzustellen. Bereits am Vortag hatten der Alevitische Kulturverein, die Zaug, der Mesopotamische Kulturverein, die Ditib-Gemeinde, Biwaq, das Landgraf-Ludwigs-Gymnasium (LLG) sowie etliche Bürgerinnen und Bürger quer durch die Nordstadt stundenlang getüftelt, um ihre Kreationen fertigzustellen. Als älteste Köchin präsentierte sich mit einer Wan-Tan-Suppe eine strahlende 86-Jährige, Ferusa Harder. Annette Pfannmüller, die neue Direktorin des sich im Quartier befindlichen LLG, schenkte höchstpersönlich die Kokosnuss-Erdnuss-Suppe ihrer Schule aus.

Lediglich 50 Cent pro Tasse stellten einen Anreiz dar, möglichst viele Suppen auszuprobieren. Angeboten wurden unter vielen anderen die türkische Linsensuppe Ezogelin Corbasi mit Bulgur und Reis, Dudu Gözüasik Asure als eine süße Fruchtsuppe, Feuertopf mit Paprika und Peperoni, marokkanischer Linseneintopf, kurdische Joghurtsuppe oder Käse-Lauch-Hackfleischsuppe. Eine eritreische Gemüsesuppe mit Rindfleisch servierte Eden Thesfariorgis. Bridget und Laki hatten die schärfste Suppe des Nachmittags zubereitet: die legendäre Königssuppe von Abomey.

Musikalisch begleitet wurde das Suppenfest von »Heidis Gesinde« mit osteuropäischer Musik und Klezmer, eine Mischung aus russischen, jüdischen und Roma-Ursprüngen.

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