"Ökologisch nachhaltiges Wohnquartier" auf "Rinn'scher Grube" in Gießen

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GIESSEN - (fod). Derzeit sagen sich hier sprichwörtlich noch Fuchs und Hase "Gute Nacht". Das aber soll sich in der "Rinn'schen Grube" am Rande der nördlichen Marburger Straße künftig ändern. Auf dem Gelände, das bis in die 60er Jahre als Sandgrube genutzt wurde, sowie dem benachbarten Areal Marburger Straße 193 - wo sich noch ein leer stehendes Autohaus befindet - wird das Neubaugebiet "Westhang Living" entstehen.

Die "Imaxx Projektentwicklungsgesellschaft" aus Gießen plant hier knapp 180 neue Wohnungen, aufgeteilt auf über ein Dutzend Häuser mit einer Gesamtwohnfläche von rund 11 500 Quadratmetern, sowie circa 2300 Quadratmeter Gewerbefläche. Solch ein großes Projekt ist natürlich für die Öffentlichkeit von enormem Interesse. Daher hat der Magistrat der Stadt Gießen nun die Offenlegung des Bebauungsplans beschlossen, wie Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz und Bürgermeister Peter Neidel bekannt gaben. Als Nächstes geht das Ganze in den Bauausschuss und zur Entscheidung ins Stadtparlament.

Bei der Vorstellung der Details hob Neidel hervor, dass auch bei diesem Bauprojekt "die Sozialquote erfüllt wird". Allerdings ein wenig anders als sonst: Statt meist üblicher Sozialwohnungen sollen hier für die Lebenshilfe Gießen 31 Plätze für Betreutes Wohnen geschaffen werden. Zudem ist eine Tiefgarage unter dem Wohngebiet geplant. Überhaupt soll es "ein ökologisch nachhaltiges Quartier" werden, "von der Erschließung bis zur Wärmeversorgung", kündigte Imaxx-Geschäftsführer Jochen Ahl auf Nachfrage des Anzeigers an.

Auch "Feng Shui"-Hotel

Hierzu gehörten ebenso unter anderem Photovoltaikanlagen, E-Ladesäulen oder Carsharing-Stellplätze. Der Grünflächenanteil soll je nach Abschnitt zwischen 20 und 40 Prozent liegen. In den Gebäuden werde es einen Mix aus verschiedenen Wohnungsgrößen von Ein- bis Vier-Zimmer-Einheiten und teils auch noch größeren Wohnflächen geben; bei einem Durchschnittsmaß von rund 68 Quadratmetern. Die meisten Häuser werden zwei Geschosse und ein Staffelgeschoss haben.

Während das Wohngebiet weiter innen und ruhiger liegen wird, soll die Gewerbefläche vorne an der Straße entstehen. Neben kleineren Läden und Dienstleistern hält Ahl dort auch "ein Ärztehaus" für vorstellbar. Hierzu laufen bereits Gespräche mit Medizinern, lässt er wissen.

Zwar nicht Teil des Neubaugebiets "Rinn'sche Grube", jedoch direkter Nachbar wird ein von der Gießener Familie Würtele geplantes Business-Hotel sein. Es soll nach derzeitigem Wissensstand mindestens 60 Zimmer bekommen und nach Vorgaben der fernöstlichen Harmonielehre "Feng Shui" eingerichtet werden.

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