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»ÖPNV muss echte Alternative sein«

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Gießen (olz). Wie sieht der Verkehr der Zukunft unter dem Vorzeichen des Klimaschutzes aus? Antworten auf diese Frage verspricht sich die Stadt vom Verkehrsentwicklungsplan. Über seinen aktuellen Stand haben sich Vertreter der BIDs, der IHK Gießen-Friedberg, der Kreishandwerkerschaft Gießen und der heimischen Johanniter mit Stadträtin Gerda Weigel-Greilich von den Grünen ausgetauscht.

Gießen müsse auch in Zukunft gut erreichbar sein. Dieses gemeinsame Anliegen der Organisationen sei der Anlass für das Treffen gewesen. »Besonderes Augenmerk liegt dabei auch auf den Menschen aus dem Umland, die in Gießen wichtige Erledigungen oder Einkäufe tätigen oder ihren Arbeitsplatz haben«, heißt es in einer gemeinsamen Pressemitteilung.

»Uneingeschränkte Mobilität«

Die uneingeschränkte Mobilität dieser Menschen müsse gewährleistet bleiben, so IHK-Vizepräsident Michael Kraft. Besonders kritisch sähen die Wirtschaftsvertreter Verbote und stark einschränkende Maßnahmen. Exemplarisch verweisen sie auf die im Zwischenbericht zum Verkehrsentwicklungsplan genannte City-Maut, den Wegfall von Parkraum sowie Erhöhungen der Preise fürs Parken.

»Bevor solche Maßnahmen auch nur angedacht werden, muss der ÖPNV von Stadt und Umland viel besser ineinandergreifen und eine echte Alternative zum Pkw darstellen«, gibt Björn Hendrischke als Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft zu bedenken. Einig sind sich die Organisationen darin, dass man von diesem Ziel noch weit entfernt sei. Markus Pfeffer, Geschäftsführer des BID Seltersweg, führt aus, dass Verkehrszahlen aus den Jahren 2020 und 2021 aufgrund der Auswirkungen der Corona-Pandemie nicht repräsentativ seien. Beispielsweise würde die Auslastung der Gießener Parkhäuser dadurch nicht korrekt erfasst.

»Unzureichend valide Zahlen«

»Der Verkehrsentwicklungsplan basiert daher auf unzureichend validen Zahlen«, so der BID-Geschäftsführer. Den Vertretern der Gießener Wirtschaft ist es laut Mitteilung besonders wichtig, »dass verkehrsbeeinflussende Maßnahmen mit Augenmaß abgewogen und umgesetzt werden«. Eine einseitige Belastung oder sogar Einschränkungen lehne man ab. Und: »Es ist wichtig, dass zukünftig ein regelmäßiger Dialog zwischen der regionalen Wirtschaft und der Politik zum Verkehrsentwicklungsplan etabliert wird. Das konstruktive Gespräch mit Stadträtin Weigel-Greilich bildete dazu einen ersten Auftakt«, teilen die Partner mit. Der nächste Termin kündigt sich bereits an: Für März 2022 wollen die Wirtschaftsvertreter die hauptamtliche Spitze der Stadt zum Gespräch einladen, um den nun begonnenen Dialog fortzusetzen.

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