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Opfer mit großer Brutalität getötet

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Von: Ingo Berghöfer

Gießen . Die drei Angeklagten sahen sich am Montag im Landgericht zum ersten Mal nach langer Zeit wieder. Um mögliche Absprachen zu verhindern, sitzen sie derzeit in Gießen, Limburg und Kassel in Untersuchungshaft. Die Vorwürfe in der von Oberstaatsanwalt Thomas Hauburger am Montag verlesenen Anklageschrift gegen die 39, 43 und 44 Jahre alten Asylbewerber aus Georgien wiegen schwer.

Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft soll das Trio, das im Tatzeitraum in der Erstaufnahmeeinrichtung des Landes Hessen (EAEH) untergebracht war, am 28. Februar in der Hindemithstraße zwei polizeibekannte Drogendealer überfallen haben, um deren Heroinvorräte zu stehlen. Während der älteste der Angeklagten draußen »Schmiere« gestanden und im Fluchtwagen gewartet habe, seien die anderen beiden über ihre nichtsahnenden Opfer hergefallen. Die Täter sollen danach einen der beiden Männer schwer verletzt im Bad gefesselt haben; den zweiten hätten sie in einen Teppich gewickelt, geknebelt und verschnürt auf dem Boden liegen lassen, wo der 56 Jahre alte Mann aufgrund der Schwere seiner Verletzungen gestorben sei.

Die in der Anklage aufgelisteten Verletzungen zeugen von der großen Brutalität, mit der die Täter auf ihr Opfer eingeschlagen und eingetreten haben, das wohl noch vergeblich versuchte, sich mit einem Gummihammer zu wehren.

Die Beute ihres Raubüberfalls bestand laut Hauburger aus 15 Gramm Heroin, zwei Handys, einem Jagdmesser und einem Multitool-Werkzeug. Nach der Tat sollen die drei dann zur Freundin eines der Angeklagten gefahren sein.

Große Beweislast

Die Beweislast gegen das Trio ist groß und gründet sich auf verschiedene Zeugenaussagen, Kameraaufnahmen eines Türspions der Tatortwohnung, rechtsmedizinischen Untersuchungen, Funkzellenauswertungen sowie mehreren DNA-Spurentreffern. Auch wurde der EAEH-Hausausweis eines der Verdächtigen am Tatort gefunden, was die zehnköpfige »Arbeitsgruppe Hindemith« der Polizei letztlich auf die Spur der Georgier geführt hatte.

Den beiden jüngeren Männern und Hauptverdächtigen wirft die Staatsanwaltschaft gemeinschaftlichen Mord aus Habgier und zur Ermöglichung einer anderen Straftat, gemeinschaftlichen Raub mit Todesfolge, gemeinschaftlichen unerlaubten Besitz von Betäubungsmitteln sowie gemeinschaftliche gefährliche Körperverletzung vor.

Auch ihr zweites Opfer, das bei dem Überfall einen Hirnbluterguss davongetragen hatte, ist mittlerweile verstorben. Der 53-Jährige schied laut Staatsanwaltschaft »aus ungeklärter Ursache aus dem Leben, die nur soweit aufzuklären war, als feststeht, dass das Ableben keine direkte Folge des Überfalls war«.

Fortgesetzt werden soll der Prozess am 22. November. Der Verteidiger eines der Angeklagten kündigte bereits an, dass sein Mandant dann sowohl zu seiner Person als auch zu den Tatvorwürfen aussagen werde. Zwei der Angeklagten hatten schon im Vorfeld in den polizeilichen Verhören ausgesagt und ihre Beteiligung an dem Tötungsdelikt abgestritten.

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