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Orkantiefserie im Februar

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Hoch Kai sorgte nach mehreren Orkantiefs für einen versöhnlichen Monatsabschluss. © Jung

Ylenia, Zeynep und Antonia: Der Februar war auch in Gießen und Umgebung geprägt von Sturmtiefs, die teils mit bis zu 102,24 km/h übers Land fegten. Nur 83,8 Sonnenstunden wurden registriert.

Gießen. Kai, das Hoch, das am Monatsende für Beruhigung in der Wetterküche sorgte, ließ die Menschen aufatmen und wirkte nach einigen stürmischen Tagen wie Balsam für die Seele.

Denn nach der Orkantiefserie, die mit Ylenia am Donnerstag, 17. Februar, begann und sich dann mit Zeynep fortsetzte, war noch nicht Schluss: Antonia fuhr auch noch ihre Krallen aus und bescherte vielen Menschen in der Region eine unruhige Nacht vom Sonntag auf Montag. Der Wetterdienst Q Met maß die höchste Windspitze an der Station Gießen mit 28,4 Metern pro Sekunde am Samstag, 18. Februar. Das sind immerhin 102,24 Kilometer pro Stunde und entspricht orkanartigem Sturm mit Windstärke 11. Gießen schaffte es damit in die bundesweiten Wettermeldungen allerdings nicht an die Spitze. Und es blieb glücklicherweise bei nur wenigen Schäden.

Zuvor hatte sich Ylenia schon mächtig angestrengt und schickte die stärkste Böe mit 26,9 Metern pro Sekunde über die Messstation, was knapp 100 Stundenkilometern entspricht. Antonia, die letzte in der Reihe der Bösewichte, brachte es bei ihrem Durchzug der Kaltfront auf 26,93 Meter pro Sekunde. Nach einer kurzen Pause, in der immer wieder der Wind kräftig blies und manches Nervenkostüm durcheinanderwirbelte, ging es noch einmal turbulent zu; Annähernd Tempo 100 wurde erreicht. Eine ähnliche Sturmserie gab es auch schon im Jahr 1990, wie der Deutsche Wetterdienst berichtete. Dann ging dem Tiefdruckkomplex die Puste aus und in Richtung Monatsende machte er einem Hochdruckgebilde mit immerhin 9,9 Sonnenstunden am letzten Februartag Platz.

Das Wetter im Februar mit all seinen Erscheinungen erinnerte an April und präsentierte sich zeitweise mit den entsprechenden Wolkenbildern am Himmel. Der wärmste Tag war der 16. vor dem Orkan mit 12,6 Grad. Der meiste Niederschlag wurde mit 18,8 Liter pro Quadratmeter am 6. Februar registriert. Als Wermutstropfen erwiesen sich die 16 kalten Nächte mit Temperaturen unter dem Gefrierpunkt. Minus 7,7 Grad zeigte das Thermometer am 13. Februar an und das war die kälteste Februarnacht.

83,8 Sonnenstunden registrierten die Messgeräte für den gesamten 28-tägigen Monat, an sieben Tagen blieb der Himmel bedeckt und die Sonne versteckte sich.

Im vieljährigen Mittel von 1961 bis 1990 waren das 70 Sonnenscheinstunden, was einer Abweichung von 119,8 Prozent entspricht. Beim Niederschlag wurden 77 Liter pro Quadratmeter gemessen, das langjährige Mittel für Februar zeichnete 48 Liter auf, die Abweichung liegt hier bei 160,4 Prozent. Seit September habe es keine stabile Hochdrucklage mehr gegeben, wusste ein Wetterexperte aus seinen Beobachtungen. Der meteorologische Winter, dem zu milde Temperaturen nachgesagt werden, endete am 28. Februar und das Wetter zeigt sich seit dem meteorologischen Frühlingsanfang versöhnlich.

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giloka_0503_wetter_temperat © Red
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giloka_0503_wetterkasten_ov © Red

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