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Parken wird deutlich teurer

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Nach dem Sommer soll das Parken auch in der Neustadt teurer werden. Foto: Schäfer © Schäfer

Die Stadt Gießen will nach den Sommerferien kräftig an der Gebührenschraube drehen, um vor allem die Innenstatdt zu entlasten und Autofahrern den ÖPNV schmackhafter zu machen.

Gießen. Autofahren wird bekanntlich immer teurer. Aber nicht nur, wenn es fährt, kostet das Auto stetig mehr, sondern auch wenn es steht. Bürgermeister Alexander Wright (Grüne) stellte am Dienstag die neue Parkgebührenordnung des Magistrats vor. Und weil die die erste Neufassung seit 2010 ist, wird teilweise kräftig an der Gebührenschraube gedreht. Sollte das Stadtparlament dem Entwurf zustimmen, könnte eine Stunde Parken etwa in der neuen Bäue schon ab September drei Euro kosten.

Kleines Trostpflaster für Automobilisten: Ihr Park-Ticket können sie künftig auch in Gießen mit einer Handy-App »ziehen« und weil man für das Handy-Parken klar definierte Bereiche braucht, wird es künftig nur noch drei statt bislang acht, teilweise auf kleine Straßenstücke verteilte, Gebührenzonen geben.

Am teuersten steht das »Heiligsblechle« in der Gebührenparkzone I, die die gesamte Innenstadt innerhalb des Anlagenrings umfasst. Zu dieser Zone 1 gehören noch als Exklaven die Parkplätze am Bahnhof und diejenigen in unmittelbarer Nähe der Bahnhaltestelle Oswaldsgarten. Hier kostet jede Stunde Halt drei Euro und zwar je angefangene zwei Minuten Parkzeit zehn Cent, mindestens aber ein Euro.

Was die Höchstparkdauer angeht, ist die Innenstadt noch einmal entlang einer Linie Neustadt - Marktstraße - Schulstraße - Neue Bäue geteilt. Nördlich dieser Linie darf man sein Auto maximal drei Stunden abstellen, südlich von ihr nur zwei Stunden.

Die Maximalparkdauer wird künftig also ausgeweitet, Bürgermeister Wright erhofft sich davon eine Reduzierung des Parksuchverkehrs. Überhaupt verspricht sich die Koalition »aufgrund der Aktualität der Klimadiskussion« durch den Preis und Wert eines Parkplatzes eine bessere Steuerung des motorisierten Individualverkehrs und will damit auch »Anreize für eine Änderung des persönlichen Mobilitätsverhaltens« setzen.

In der Gebührenparkzone II kostet die Stunde Stillstand 1,50 Euro und je angefangene vier Minuten Parkzeit zehn Cent, mindestens aber 50 Cent. In diesem Bereich beträgt die Höchstparkzeit fünf Stunden, es sei denn, man zieht ein 24-Stunden-Ticket für fünf Euro.

Die Zone II liegt im Norden zwischen dem Bahndamm, der Marburger Straße und dem Schwarzlachweg. Im Süden umfasst sie das komplette Südviertel und wird vom Nahrungsberg, dem Aulweg und dem Areal des Universitätsklinikums begrenzt. Links der Frankfurter Straße endet die Zone II an der Straße »Am Steg«. Der Rest des Stadtgebiets gehört zur Gebührenparkzone III, in der man für eine Stunde Parkdauer 50 Cent berappen muss. Je angefangene zwölf Minuten Parkzeit werden zehn Cent fällig, mindestens aber 50 Cent. In diesem Bereich beträgt die Höchstparkzeit ebenfalls fünf Stunden, es sei denn, man erwirbt ein 24-Stunden-Ticket für vier Euro. In der Zone III, zu der auch der Messeparkplatz gehört, gibt es zudem Wochentickets für 15 Euro, Monatstickets für 45 Euro und Jahrestickets für 240 Euro.

Wichtig: Auch wenn die Zone III das gesamte Stadtgebiet außerhalb des Zentrums umfasst, werden dort Parkgebühren nur in den Bereichen fällig, die bereits von der Stadt bewirtschaftet werden. Und eine Ausweitung der Parkraumbewirtschaftung ist dort, so Wright, aktuell nicht geplant.

Bei den neuen Tarifen habe man sich zum einen an den Parkgebühren in den Nachbarstädten Marburg und Wetzlar orientiert, betont der Bürgermeister, zum anderen aber auch an den Preisen städtischen Parkhäuser. Parken auf städtischen Flächen in der Zone I soll künftig mindestens genauso teuer oder teurer als das Parkhaus sein, um so auch mehr Autofahrer aus der Innenstadt heraus in diese zu locken.

Zumindest das Bezahlen wird künftig einfacher sein. Als Mitglied des Dachverbands Smartparking kann in Gießen künftig der Obolus fürs Halten mit jeder der rund zehn in Deutschland derzeit genutzten Apps entrichtet werden.

Klimaneutral

In Sachen Umweltschutz will die Stadtverwaltung mit gutem Beispiel voran gehen. Bis 2030, spätestens jedoch 2035 strebt die Stadtverwaltung an, klimaneutral zu werden. Diesen Antrag stellte Evelina Stober vom Büro Bürgerbeteiligung und lokale Agenda 21 ebenfalls am Dienstag vor. Zunächst soll der Treibhausgasausstoß der Verwaltung ermittelt und dann reduziert oder durch Kompensationsmaßnahmen ausgeglichen werden.

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