Partnersuche der Grünen in Gießen läuft

  • schließen

GIESSEN - (olz). Noch ist nicht klar, wer die Stadt in den nächsten fünf Jahren regieren wird. Doch als stärkste Fraktion haben die Grünen ihre Arbeit längst aufgenommen. Die Suche nach möglichen Koalitionspartnern läuft. "Wir haben schon mit allen demokratischen Parteien jeweils Einzelgespräche geführt", berichtet Alexander Wright. Auch in den Osterferien liefen die Gespräche fort, so der neue Fraktionsvorsitzende und Oberbürgermeisterkandidat seiner Partei.

Mit 16 Sitzen gehen die Grünen als mit Abstand stärkste Fraktion in der Stadtverordnetenversammlung aus der letzten Kommunalwahl hervor. Aber: Bei insgesamt 59 Sitzen im Gremium ist klar, dass die Partei Partner braucht. Um auszuloten, wer dies sein könnte, haben die Grünen bei der letzten Mitgliederversammlung eine Sondierungsdelegation ins Rennen geschickt. Spitzenkandidatin Gerda Weigel-Greilich hatte den Mitgliedern gegenüber zudem betont, dass die AfD nicht zu den Gesprächspartnern gehören werde. Mit den anderen Parteien ist die erste Sondierungssrunde erfolgt.

Zweite Runde

"Die Stimmung war gut und an den inhaltlichen Punkten orientiert", sagt Wright zu den Gesprächen. Fest stehe für die Grünen bereits, dass sie gern weiter mit der SPD sondieren wollen. "Klar ist aber auch, dass es mit einem Zweierbündnis nicht zur Mehrheit reicht. Darum werden wir in den Osterferien nun ein zweites Mal sondieren, um zu schauen, mit welcher Dreier- oder Vierer-Konstellation es in Verhandlungen gehen kann", resümiert der Oberbürgermeisterkandidat. Nach Abschluss der Sondierungsgespräche entscheidet die Stadtmitgliederversammlung, mit wem die Partei Koalitionsverhandlungen aufnimmt. Neben Wright und Weigel-Greilich gehören Jana Widdig, Fabian Mirold-Stroh und Klaus-Dieter Grothe der Sondierungsdelegation an. Als Nachrücker steht Michel Zörb zur Verfügung.

Mit 26,8 Prozent der Stimmen haben die Grünen die Kommunalwahl am 14. März gewonnen. Auf den Plätzen zwei und drei folgen die CDU mit 20,5 Prozent beziehungsweise zwölf Sitzen und die SPD mit 16,9 Prozent und zehn Sitzen. Rechnerisch sind unterschiedliche Koalitionen möglich, darunter auch die rot-rot-grüne Variante. Ein grün-schwarzes Bündnis wie auf Landesebene hat keine Mehrheit. Es wäre ein dritter Partner nötig. Zumindest denkbar ist auch eine Fortsetzung der bisherigen Koalition aus SPD, CDU und Grünen. Die Stadtverordnetenversammlung konstituiert sich in der neuen Konstellation am 29. April in der Kongresshalle.

Das könnte Sie auch interessieren