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Perfide Masche der Betrüger

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Gießen (red). Mit der Schockanruf-Masche haben Betrüger am Montag eine Seniorin aus dem Landkreis Gießen um 30 000 Euro geprellt. Die Frau hatte am Nachmittag einen Anruf erhalten, bei dem sich eine weinende Frau als ihre Tochter ausgab und schilderte, einen tödlichen Verkehrsunfall verursacht zu haben. Sie würde nun bei der Polizei sitzen, dürfe nicht gehen und benötige Hilfe.

Bereits am Freitag zuvor hatte eine 54-Jährige aus dem Raum Gießen einen ähnlichen Anruf erhalten. Sie wurde sogar noch präziser damit konfrontiert, dass bei dem Unfall eine schwangere Radfahrerin zu Tode gekommen sei. Hier konnte der Betrug nur durch die aufmerksame Inhaberin eines Juweliers verhindert werden, wie das Polizeipräsidium Mittelhessen mitteilt.

Im Fall der Seniorin war von einem angeblichen Polizisten behauptet worden, für die Freilassung der Tochter habe ein Richter eine Kaution von 30 000 Euro veranschlagt, die noch in den nächsten Stunden bezahlt werden müsse. Aufgrund des hohen Drucks telefonierten die Seniorin und ihr Ehemann umliegende Banken ab, um die hohe Summe kurzfristig noch abheben zu können. Bei einer Bank in der Johannesstraße bekam sie die 30 000 Euro. Dort fiel dem Ehepaar gegen 17 Uhr ein Mann auf, der die beiden offenbar beobachtete. In der Nähe der ehemaligen Commerzbank nahm eine Frau schließlich gegen 17.30 Uhr das Geld in Empfang und lief in Richtung Johanneskirche davon.

Der Mann soll etwa 1,70 Meter groß, kräftig und »vermutlich mitteleuropäisch« sein und dunkelblonde Haare haben. Er trug ein rotes T-Shirt mit auffälliger Schrift. Die unbekannten Frau wird als korpulent beschrieben. Sie ist zwischen 45 und 50 Jahre alt und etwa 1,64 Meter groß. Ihre langen braunen Haare hatte sie demnach zu einem Zopf zusammengebunden. Sie trug eine braune Jacke und eine dunkle Brille. Nach Angaben der Zeugen könnte sie aus dem nordafrikanischen Raum stammen. Sie hatte eine graue Tasche dabei, in der sie das Geld nach der Übergabe steckte. Zeugen werden gebeten, sich mit der Kriminalpolizei unter der Telefonnummer 0641/7006-6555 in Verbindung zu setzen.

Bei der 54-Jährigen wiederum meldete sich kurz nach dem ersten Anruf noch ein falscher Staatsanwalt, der die Frau nach Wertgegenständen für eine Kaution ausfragte. Eine Überweisung sei nicht möglich gewesen, sodass man sich auf Gold einigte. Der Unbekannte habe starken Druck ausgeübt, indem er behauptete, ihre Tochter habe Suizidgedanken und daher Beruhigungsmittel gespritzt bekommen.

Tipps der Polizei, um nicht zum Opfer zu werden

Danach suchte die Angerufene einen Juwelier auf, um Gold im Wert von 100 000 Euro anzukaufen. »Der Inhaberin kamen der Ankauf und das Verhalten der Frau komisch vor. Zudem sah sie, wie die Kundin ein Mobiltelefon in der Hand hielt. Sie übernahm das Handy der 54-Jährigen und fragte, wer am Ende der Leitung sei. Daraufhin beendete der Betrüger das Gespräch«, so die Polizei.

Was kann man tun, um nicht Opfer dieser Masche zu werden? Die Polizei rät dazu Folgendes:

Legen Sie einfach den Telefonhörer auf, sobald Ihr Gesprächspartner Geld oder Wertgegenstände von Ihnen fordert.

Rufen Sie den mutmaßlich von dem Unglück betroffenen Angehörigen unter der Ihnen bekannten Telefonnummer an.

Geben Sie keine Details zu Ihren familiären oder finanziellen Verhältnissen preis.

Übergeben Sie niemals Geld oder Wertvolles an unbekannte Personen.

Weitere wertvolle Tipps und Informationen sind auch im Internet unter www.polizei-beratung.de zu finden. Auskunft gibt zudem die Kriminalpolizeiliche Beratungsstelle.

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