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Performance zweier Künstler im Hardthof

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Gießen (red). Die nächste Folge der von der Kunsthalle Gießen initierten Performance-Reihe »Exbodiment« bestreiten am Dienstag, 27. September, um 19 Uhr Kurt Johannessen und Sinéad O’Donnell. Der Norweger und die Nordirin performen in der vierten Auflage des Programms live vor Publikum im Unteren Hardthof. Das Recht und die Freiheit, gehört zu werden, ist für Sinéad O’Donnell (geboren 1975 in Dublin) keine Selbstverständlichkeit.

Auf vielen Reisen erfuhr sie, wie lähmend Schweigen wirkt und welche Energie sich am gemeinsamen Dialog entzünden kann. Weltweit sucht die Künstlerin den engen Austausch mit Gemeinschaften verschiedener Kulturen und insbesondere mit dort lebenden Frauen. Sie teilt mit ihnen Geschichten, Ängste, Träume und Erfahrungen. In Belfast setzte sie sich 2020 kritisch mit »Feminine Culture« (»weibliche Kultur«) auseinander, überzog ihren eigenen Körper mit dem Schriftzug »Kultur«, nutzte ihn als Leinwand und semiotische Schautafel. Was ist das Gewicht von Staub? Und wie viel Staub befindet sich eigentlich auf dem Boden während einer Galerieeröffnung? Seit den 1980er Jahren entwickelt Kurt Johannessen Performances, in der er sich mit minutiöser Aufmerksamkeit ebenso übersehenen wie gewaltigen Dingen widmet, von denen die Menschen tagtäglich umgeben sind. So wanderte er 2017, im Schein einer einzigen Lampe auf einen Kohleberg nahe einer heute verlassenen russischen Bergbausiedlung. Dass Johannessen im kleinen Format zu brillieren weiß, beweisen seine Künstlerbücher, von denen inzwischen über 100 entstanden sind. Sie erzählen in wenigen Sätzen abstrus-surreale, humorvolle Geschichten oder beharren auf einem Satz mit variierenden Illustrationen.

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