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Philos-Förderpreis geht nach Gießen

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Die Preisverleihung mit Dr. Karsten Krug, Bayer AG. Dr. Mohammed Alrifai, Hämostaseologie. Dr. Ulrike Möller, Psychosomatik. Dr. Vera Vaillant, Hämostaseologie und Branko Barac, Bayer AG. Foto: UKGM © UKGM

Gießen (red). Welchen psychosozialen Belastungen sind Patienten mit der sogenannten »Bluterkrankheit« Hämophilie und auch ihre Angehörigen ausgesetzt und wie kann man ihnen dabei helfen, diese zu bewältigen? Mit einem Konzept, das genau dieser Fragestellung nachgeht, haben die Ärzt*innen Dr. Mohammed Alrifai und Dr. Vera Vaillant aus der Sektion Hämostaseologie am UKGM in Gießen unter der Leitung von Prof.

Ulrich Sachs den diesjährigen PHILOS-Preis von Bayer HealthCare gewonnen.

Ihr Konzept »Psychosoziale Unterstützung für Hämophile-Patienten und Angehörige« nimmt neben der medizinischen auch eine bedarfsorientierte psychosoziale Betreuung von Hämophilie-Erkrankten und deren Angehörigen ins Visier. Im Rahmen eines interdisziplinären Betreuungsansatzes sollen Überlastungen bei betroffenen Familien rechtzeitig identifiziert und ein niedrigschwelliges Angebot für deren Vorstellung in der Familien-Psychosomatik gemacht werden. Indem beispielsweise auch Geschwisterkinder in die Betreuung integriert werden, soll das Angebot die Lebensqualität der Patient*innen und ihres sozialen Umfelds verbessern. Das Projekt soll in Zusammenarbeit mit Professor Burkard Brosig und Dr. Ulrike Müller, Abteilung für Kinder- und Familienpsychosomatik, und dem KroKi (Förderverein für chronisch kranke Kinder Gießen gem. e. V.) realisiert werden.

Dafür erhielten die Gießener Mediziner den mit 5000 Euro dotierten Philos-Förderpreis in der Kategorie Inklusion & Integration. Die Jury hat die Preiswürdigkeit unter anderem damit begründet, dass das Konzept für einen integrierten Betreuungsansatz Impulse schaffe, die vorbildhaft auch von anderen Hämophiliezentren übernommen werden könnten. Damit könne Überforderung im Alltag mit der Hämophilie frühzeitig identifiziert und den betroffenen Familien rechtzeitig geholfen werden. »Mit dem Preisgeld sollen diagnostische Instrumente zur Erfassung solcher Belastungssituationen weiterentwickelt und langfristige regionale Behandlungsnetzwerke zur Verbesserung der Versorgungssituation hämophiler Patienten mit psychosozialer Belastung aufgebaut werden«, erklärte Prof. Sachs.

Der Philos-Förderpreis wurde zum 10. Mal vergeben und fördert Initiativen, die Menschen mit Hämophilie bei der Bewältigung alltäglicher Herausforderungen unterstützen und die Lebensqualität der Betroffenen und ihrer Familien verbessern.

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