Pläne für das Kinocenter in Gießen

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GIESSEN - (olz). Die Pläne für die Neubebauung des Kinocenter-Areals haben in den letzten Wochen für reichlich politische Diskussionen gesorgt. Auch die Stadtverordnetenversammlung hat das Thema am Donnerstag erreicht. "Die Stadt verliert an kulturellen Räumen. Das 'Haarlem' ist gefallen. So etwas wollen wir nicht noch einmal mit dem Kinocenter erleben", sagte Matthias Riedl, Fraktionsvorsitzender der Gießener Linken.

Ein Eigentümer habe die Möglichkeit, nach seinen Wünschen zu verfahren. "Wir können niemanden zwingen, ein Kinocenter zu betreiben", entgegnete Bürgermeister Peter Neidel. Am Ende stimmte die Stadtverordnetenversammlung mehrheitlich für die Einleitung einer vorhabenbezogenen Bebauungsplanänderung und einen Änderungsantrag von SPD und Grünen.

"Städtischer Mehrwert"

Wohnungen und Gewerbeflächen sollen entstehen auf dem Grundstück des Kinocenters, das der Adam Henrich Lichtspiel GmbH und der Cercas Vermögensverwaltung GmbH gehört. Es sei schade, dass das Kinocenter weichen solle, führte Neidel aus. Aber ein Eigentümer könne natürlich über sein Eigentum bestimmen. Auch ohne Bebauungsplanänderung werde das Kino sicher geschlossen, so der Bürgermeister. Eine Bebauung sei dann ebenfalls möglich, allerdings erreiche die Stadt durch Verhandlungen mit den Eigentümern einen städtischen Mehrwert. Gerade im Verbund mit der geplanten Samen-Hahn-Bebauung, für die der Bauantrag mittlerweile genehmigt sei, werde der Bereich aufgewertet. "Nicht alles, was schön aussieht, ist gut für die Stadt. Die stetige Umwandlung in Wohnraum kann niemandem gefallen", entgegnete Christopher Nübel, Fraktionsvorsitzender der SPD. Man wolle eine lebendige Innenstadt und müsse bei dem Modell der vielen kleinen Wohnungen genau hinschauen.

"Das 'Haarlem' wurde nicht durch den Bebauungsplan geschlossen. Die Entscheidung ist vorher gefallen", wandte sich Klaus-Dieter Grothe, Fraktionsvorsitzender der Grünen, an Riedl. Es wäre durchaus möglich gewesen, in dem Bereich wieder eine Diskothek zu betreiben. Der Entscheidung eines Eigentümers könne man sich nicht gänzlich verweigern, erklärte Grothe, der sogenannte Verhinderungsplanungen als "nicht gerade hilfreich" bezeichnete.

Reaktivierung des Heli

Auch die FDP sei dafür, dass es künftig ein Programmkino in Gießen gibt, brachte sich Dr. Klaus Dieter Greilich in die Debatte ein. Der Fraktionsvorsitzende der FDP berichtete, dass derzeit in der Stadt über eine Reaktivierung des Heli "fabuliert" werde. Es sei eine Mär, dass Kneipen in der Stadt verschwänden, weil die Stadt Planungen vornehme. "Das 'Haarlem' hat sich einfach wirtschaftlich nicht mehr gelohnt", führte der Fraktionsvorsitzende der CDU, Klaus Peter Möller, aus. Zu den Änderungen, denen die Stadtverordneten mit dem Einleitungsbeschluss zustimmten, gehört unter anderem der Auftrag an den Magistrat, die Fortführung von Programmkino vertraglich zu sichern.

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