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Prinzentruhe als Hauptdarsteller

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»Schwätzer« und (Noch-)Prinz Sebastian Römer hält seinen Büttenvortrag vor laufender Kamera im Seltersweg. © Wißner

Die 44-minütige Online-Sitzung der GFV erwies sich als eine Werbeveranstaltung für das 66-jährige närrische Jubiläum in der kommenden Kampagne, das die GFV dann hoffentlich auch feiern kann.

Gießen . Am Samstag, als die Online-Narretei der Gießener Fassenachts-Vereinigung (GFV) über die Homepage des Vereins gestreamt wurde, wäre normalerweise die Große Prunksitzung in der Kongress-Narrhalla gestiegen. Die 44-minütige Online-Sitzung mit vier Minuten Abspann und Nennung aller Mitwirkenden erwies sich jedoch auch als eine Werbeveranstaltung für das 66-jährige närrische Jubiläum in der kommenden Kampagne, auf das die 1957 gegründete GFV zurückblicken und hoffentlich auch feiern kann.

Moderation aus dem »Hawwerkasten«

GFV-Präsidentin Anja Helmchen und ihr Stellvertreter Sören Schneider begrüßten zum Online-Klamauk die Narrenschar. Es folgte die Übergabe ins »Funkhaus« zu Sitzungspräsident Günter Helmchen, der es sich gemeinsam mit den beiden Elferratsvertretern Rüdiger Baumer und Klaus Kersten an der Theke der »Nicht-Prinzenklause« im Hause des designierten Prinzenpaares im »Hawwerkasten« an der Theke bei einem Bier mit Konfetti bequem gemacht hatte. Von hier aus wurde das Onlinespektakel moderiert, bei dem die Prinzentruhe mit den Insignien der Macht auf eine Reise durch die Stadt ging, nachdem das immer noch amtierende Prinzenpaar Prinz Sebastian I. und Prinzessin Carina I. (Römer) die zwei Jahre im Keller in Kleinlinden untergebrachte Truhe »an die frische Luft« setzte. Hier wurde die »ausgesetzte« Truhe vom Ex-Prinzenpaar der Kampagne 1999, Ulrich II. und Gabriele II. (Mohr) gefunden und im Bürgerhaus Kleinlinden bei Kampagnenordensponsorin Nicole Daniel abgegeben.

Die Unterhaltungsbeiträge waren überwiegend im Bürgerhaus Rödgen aufgezeichnet worden, wo die Bühne für das Onlineformat in Szene gesetzt wurde. Da wirbelte zunächst Tanzmariechen Saskia Weisbrod über die Bühne, stieg anschließend »Manekopp« Klaus Dieter Adams in die Bütt. Sodann zeigte die Midigarde ihren Tanz samt Zugabe und die Truhe kam im Rathaus an, wo »Matrose« Becher samt Glocke die Präsidentin begrüßte.

Vierter Schwätzer

Als der »vierte Schwätzer« stand Sebastian Römer in der Bütt, direkt neben den drei Schwätzern Heinrich, Justus und Mariechen im Seltersweg - und legte mächtig los: »Greensill - zehn Millionen gingen in die Binsen. Die Kämmerei wollt Sparen die negativ Zinsen. Hätten sie das Geld doch bei der Spasskass gelassen. Wären trotzdem heut noch über neun Millionen in den Kassen. Verkehrsplanung in unsere Stadt. Fahr einfach mal rein da bist de Platt. Baustellen und Engpäss an jeder Ecke. Kommst durch die Stadt nur so schnell wie ne Schnecke.«

Im Autohaus Neils und Kraft empfing Michael Kraft Inspizient Frank Beck und ließ sich erklären, was es mit der Prinzentruhe auf sich hat. In der Truhe befinden sich Geschenke, wie auch Prinzen- und Kampagne-Orden und Narrentrommel, Vitamin- und Kopfschmerztabletten. Kraft überreichte Beck einen Gutschein für die Bereitstellung der Prinzenkarosse für die Kampagne 2022/23 samt edlem Tropfen.

Besuch bei Marion Kristek

Auch TV-Moderator Detlef »Det« Müller war mit dabei, als die Truhe in Rödgen eintraf, wo die Voiceseccos »Mit Helau durch die Nacht, Gießen feiert Fassenacht« zur Melodie von Atemlos und auch in Abwandlung eines Höhner-Hits »Hey Gießen Du Stadt an Lahn und Ring« anstimmten. Als dann die Prinzentruhe in der Innenstadt vor dem »Hawwerkasten« ankam und dem designierten Prinzenpaar Maurice I. und Yulia I. übergeben wurde, ging es zu Sitzungspräsident Günter Helmchen, der Marion Kristek, Prinzessin 1963, besuchte und im Gespräch mit der 89-jährigen auf deren Inthronisation im Stadttheater Gießen zurückblickte. »Ich habe nur gute Erinnerungen und kann jedem nur raten, wenn man an Euch herantritt, macht es«, riet Kristek allen künftigen Prinzenpaaren.

Zur Sprache kam dabei auch, dass im kommenden Jahr 66 Jahre GFV in der Kongresshalle gefeiert werden sollen. »Was gibt es schöneres als 66 Jahre GFV und 90 Jahre Prinzessin Marion«, freute sich Helmchen auf dieses närrische Jubiläum. Die Onlinesitzung ist auch im Nachgang noch über die Homepage der GFV www.gfl-helau.de abrufbar.

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