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Will für Vereine und Bürger da sein: der Wiesecker Ortsvorsteher Michael Oswald.

Probleme einvernehmlich lösen

Gießen. Kurz vor dem Jahreswechsel meldet sich der Wiesecker Ortsvorsteher Michael Oswald (CDU) zu Wort und blickt auf die ersten acht Monate seiner Amtszeit zurück. Die Funktionen der Bürgervertretung vor Ort schätzt er so ein: »Ein Ortsbeirat sollte die Aufgabe haben, Probleme, die in einem Stadtteil auftreten, zusammen mit den Einwohnern sowie der Verwaltung der Stadt einvernehmlich zu lösen«.

Oswald zählt dazu »Kleinigkeiten« wie beispielsweise Müllablagerungen in der Gemarkung, Parken auf dem Bürgersteig und Geschwindigkeitsmessung in 30er-Zonen auf. Auch für Anliegen von Vereinen und öffentlichen Einrichtungen sei der Ortsbeirat nach Einschätzung Oswalds zuständig.

Vertreter der Stadt nähmen nur selten oder überhaupt nicht an den Sitzungen des Gremiums vor Ort teil, bemängelt er. Und bedauert, Termine des Ortsbeirats und dessen Belange fänden somit kein Gehör. Die Ortsbeiräte haben kurz vor Jahresultimo die Möglichkeit, Anträge zum Haushalt vorzulegen und zu versuchen, damit Maßnahmen für den jeweiligen Stadtteil umzusetzen. »Diese dann aber sofort ohne jegliche Rücksprache mit dem Ortsbeirat abzulehnen, ist unverständlich«, bemängelt der Ortsvorsteher und blickt dazu auf die letzte Stadtverordnetenversammlung in diesem Jahr. Die Wiesecker hatten einstimmig die Aufstellung von elektronischen Hinweisschildern in 30er-Zonen zur Einhaltung der Geschwindigkeit und den Aus- beziehungsweise Neubau der Freiwilligen Feuerwehr Wieseck gefordert. Endlich Räumlichkeiten für die Jugendfeuerwehr, Umkleideräume für die Mitglieder der Einsatzabteilung zu schaffen und eine Abgasanlage in die Fahrzeughalle einzubauen, lautete der Wunsch aus dem größten Stadtteil. Als Joachim Grußdorf sich bei einer Ortsbeiratssitzung 2021 als Stadtverordnetenvorsteher vorstellte, habe er angekündigt, die Belange des Ortsbeirats ernstzunehmen und sie zu unterstützen. Dazu Oswald: »Ich frage mich, wo bleibt diese Unterstützung, wenn Anträge seitens der Koalition abgelehnt werden und dies mit Unwissenheit, warum solche Anträge überhaupt gestellt werden, begründet wird«. Informationsbedarf habe seitens der Koalition nicht bestanden, reklamiert der Ortsvorsteher. Auch der Bürgerantrag wegen der Streichung des Verkehrsversuchs in der Philosophenstraße fand bei der Koalition kein Gehör.

Deutlich formuliert Oswald: »Als Ortsvorsteher fordere ich die Stadt auf, den Ortsbeirat und die Belange der Bürger des größten Stadtteils endlich ernstzunehmen. Schließlich wünscht er den Wieseckern einen angenehmen Start in das Jahr 2022, in dem hoffentlich wieder ein Stück Normalität zurückkehrt.

Freuen würde er sich, wenn die Beschränkungen zur Teilnahme an den Sitzungen des Ortsbeirates wieder gelockert würden, sofern es die Situation erlaubt, damit sich die Bürgerschaft zum Geschehen in Wieseck wieder mehr einbringen kann.

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