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Projekt »DigiChem« startet

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Die Chemie spielt im Hinblick auf eine nachhaltige Wirtschaft und Gesellschaft eine wichtige Rolle. Mit internationalen Partnern startet an der Justus-Liebig-Universität Gießen das Projekt »DigiChem«. Symbolfoto: Sebastian Gollnow/dpa © Red

Gießen (red). Kreislaufwirtschaft, Einsatz nachwachsender Rohstoffe, nachhaltige Energie- und Wasserwirtschaft: Die Chemie spielt im Hinblick auf eine nachhaltige Wirtschaft und Gesellschaft eine wichtige Rolle; neue chemische Prozesse müssen entwickelt und bestehende Prozesse an sich verändernde Rahmenbedingungen angepasst werden.

Das Thema Nachhaltigkeit hat an der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) auch in Studium und Lehre des Fachgebiets Chemie einen hohen Stellenwert. Die Zusammenarbeit mit internationalen Partnerinnen und Partnern wird daher künftig im Rahmen eines »Erasmus+ Cooperation Partnership« weiter ausgebaut. Die Nationale Agentur für EU-Hochschulzusammenarbeit des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (NA-DAAD) fördert das Projekt »DigiChem - Creating a digital study environment for sustainable chemistry« (»Schaffung einer digitalen Lernumgebung für nachhaltige Chemie«) unter JLU-Federführung drei Jahre lang mit insgesamt rund 260 000 Euro.

Die Zusammensetzung im wissenschaftlichen Konsortium wurde so gewählt, dass sich die fachliche Expertise der Partnerinnen und Partner in den Fachgebieten Materialwissenschaft, »Green Chemistry«, Energiematerialien, technische Chemie, Kreislaufwirtschaft und Nachhaltigkeit optimal ergänzt. Zum Konsortium zählen außer der JLU die Universität Padua, Italien, die Universität Ljubljana, Slowenien, und die Universität Zagreb, Kroatien.

In den kommenden drei Jahren stehen unter anderem länderübergreifende Projekttreffen, neu konzipierte Lehrveranstaltungen zur Nachhaltigen Chemie an allen vier Standorten sowie gemeinsame Unterrichts- und Lernaktivitäten auf der Agenda.

»Wir sind froh, dass wir das Angebot für Studierende zum Thema ,nachhaltige Chemie‹ ausweiten und hierzu auch die internationale Perspektive einbinden können, denn viel zu lange hat das Thema Nachhaltigkeit in der fachlichen Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses eine nur untergeordnete Rolle gespielt«, betont Prof. Richard Göttlich, Studiendekan des Fachbereichs 08 - Biologie und Chemie, der zusammen mit Prof. Bernd Smarsly vom Physikalisch-Chemischen Institut die Projektleitung innehat, in einer Pressemitteilung.

Mit den zu entwickelnden Modulen und Lehreinheiten soll eine qualitativ hochwertige inklusive Lehre mit der innovativen fachlichen Ausrichtung »Sustainable Chemistry« sichergestellt werden. »Neben der fachspezifischen Ausbildung ermöglicht das Programm für Studierende und Lehrende einen interkulturellen Austausch im digitalen Raum wie auch im Rahmen von gegenseitigen Besuchen«, ergänzt sein Kollege Prof. Smarsly. Die JLU stärkt mit diesem Projekt ihr europäisches Partnernetzwerk. Es bestehen in der Chemie enge fachliche Kooperationen mit der langjährigen Partneruniversität in Padua - mit der bereits zwei Doppelmasterprogramme in der Chemie und den Materialwissenschaften erfolgreich aufgebaut wurden - und den Partnern in Zagreb und Ljubljana. Alle Beteiligten sind sich sicher, dass die bisherige gute Zusammenarbeit im Rahmen des Projekts zusätzlich gestärkt wird.

Die JLU ist ferner in das ebenfalls vom DAAD geförderte Projekt »SHARINPEACE - Simulating Human Rights and Peacebuilding in the EU« (»Simulation von Menschenrechten und Friedenskonsolidierung in der EU«) eingebunden, und zwar über Prof. Stefan Peters, Professur für Friedensforschung der JLU und Direktor des Deutsch-Kolumbianischen Friedensinstituts, Instituto CAPAZ. In diesem Projekt ist die Philipps-Universität Marburg (UMR) die koordinierende Hochschule (Projektleitung: Prof. Thorsten Bonacker, Zentrum für Konfliktforschung); beteiligt sind ferner die Universität Lodz, die Singidunum Universität Belgrad und die Södertörn Universität Stockholm/Schweden. Die Partnerinnen und Partner werden ein gemeinsames digitales Modul entwickeln, das Lehr- und Lerninhalte im Bereich Human Rights & Peacebuilding bündelt.

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