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Projektauftakt »Nachhaltig satt« in Gießen

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Drittklässler der Gießener Goetheschule haben sich in einem Pilotprojekt mit gesundem und nachhaltigem Essen beschäftigt.

Gießen . »Früher mochte ich keinen Salat« gibt Drittklässlerin Mia aus der Goetheschule zu. Doch das hat sich geändert, seitdem sie bei dem Projekt »Nachhaltig satt« mitgemacht hat. Jetzt schmeckt ihr auch das Grünzeug, denn jetzt weiß sie, wie es zubereitet wird. Sie gehört zu 39 Kindern der Klassenstufe drei der Goetheschule, die an dem Pilotprojekt teilgenommen haben, das in Kooperation zwischen der Stadt, der Schule sowie dem für das dortige Catering zuständigen ZAUG (Zentrum Arbeit und Umwelt Gießen) ausgearbeitet wurde.

39 Teilnehmer

Nicht nur das Fazit der jungen Teilnehmer fiel positiv aus, auch die Verantwortlichen waren mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Im Rahmen des einwöchigen Projekts erfuhren die Kinder durch interaktive Spiele, Filme und Gespräche vom Zusammenhang zwischen Klimaveränderung und Nahrungsproduktion. Dabei wurde auch auf die Bedeutung von regionalen und saisonalen Produkten hingewiesen, die auch den CO2-Ausstoß verringern.

So durften die Kinder auch selbst Äpfel und Kartoffeln schälen und Apfelbrei herstellen. Spielerisch lernten sie dabei, dass ein Apfel aus Neuseeland eine Wegstrecke von rund 20000 Kilometern hinter sich hat, bevor er zwischen unseren Zähnen landet und wieviel CO2 bei der Produktion und dem Transport benötigt werden. »Klimaschutz gehört auch zu den kommunalen Perspektiven einer Stadt. Und Kinder sind ein Teil davon. Gerade bei den Kindern kann man durch eine solche Schulung das richtige Fundament in Richtung Klimaschutz und Nachhaltigkeit legen«, erklärt Schuldezernentin Astrid Eibelshäuser.

Janina Brendel, Koordinatorin für kommunale Entwicklungspolitik, entwickelte gemeinsam mit Anna-Lena Schubert, Ernährungswissenschaftlerin bei »Tischlein Deck Dich«, dem Cateringbetrieb von ZAUG, das Konzept der Projektwoche. Es bestand aus zwei Modulen: Zum einen lag der Fokus auf einer gesunden Ernährung und wie man sie mit einfachen Mitteln selbst zubereiten kann. Zum anderen wurde der Zusammenhang zwischen Ernährung und Klimawandel hergestellt und den Beitrag jedes Einzelnen.

»Gerade die Abwechslung zwischen dem theoretischen Input zum Thema Klimaveränderung und die praktische Beschäftigung mit den Lebensmitteln hat den Kindern unheimlich viel gebracht«, berichtet Simone Volk, Klassenlehrerin der Klasse 3b. »Wir unterstützen das Projekt gerne«, sagte Heiko Bennewitz, Geschäftsführer von ZAUG. Ihm geht es auch um die Reduktion von weggeworfenen Lebensmitteln. »Das ist eine Verschwendung, die uns jeden Tag weh tut.« Daher habe man auch das Ausgabepersonal der Mensa der Goetheschule mit ins Projekt einbezogen. In den nächsten Wochen soll dann auch an Konzepten gearbeitet werden, wie weniger der täglichen Essensmengen im Abfall landen.

Ein besonderes Highlight der Woche war der Besuch der gläserneren Küche bei ZAUG, wo die Kinder zusehen durften, wie ihre Schulmahlzeiten zubereitete werden. »Auf einmal verstanden sie den Zusammenhang zwischen den Autos mit dem Aufdruck ›Tischlein Deck Dich‹ und ihrer täglichen Mittagsverpflegung«, sagte Lehrerin Volk.

Blick in Küche

Anke Fink, kommissarische Schulleiterin, dankte allen Beteiligten für die kindgerechte Ausarbeitung dieses Themas. »Wir waren erstaunt, wieviel Wissen manche Kinder teilweise schon mitbrachten«, ergänzte Brendel. Nun erhofft sie sich, dass die Kinder ihr Wissen über gesunde Ernährung auch in ihre Familien tragen. »Vielleicht können wir ihnen zeigen, dass nicht jeden Tag Fleisch auf dem Teller landen muss und es trotzdem schmeckt«. Da die Projektwoche so erfolgreich verlaufen ist, steht das Angebot der Stadt Gießen, solche Projektwochen auch an anderen Grundschulen durchzuführen. Interessenten sollten sich dazu am besten direkt an Projektkoordinatorin Janina Brendel wenden.

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