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Protest für Ria Deeg

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Gießen (olz). Am Rande der Sitzung der Stadtverordneten demonstrierten unter anderem die »Omas gegen Rechts« für eine Ehrung von Ria Deeg mit einem »Gießener Kopf«.

»Wir sind hier, weil wir der Überzeugung sind, dass Ria Deeg eine Widerstandskämpferin war, wie es selten eine gibt, hier in der Stadt gelebt hat und für ihren Widerstand gegen die Nationalsozialisten teuer bezahlt hat«, sagte Inge Bietz von den »Omas gegen Rechts«. Das Argument, dass Deeg Kommunistin gewesen ist, interessiere die Gruppe nicht. »Die Kommunisten waren übrigens die Ersten, die in den Konzentrationslagern gelandet sind, noch bevor Jugend verfolgt wurden«, argumentierte Bietz.

Kein Verständnis für die Grünen

Die Ablehnung der Ehrung durch die Grünen verstehe man nicht. Denn erst vor einigen Jahren sei die Goldene Ehrennadel für Ria Deeg vom gesamten Stadtparlament beschlossen worden. »Wir wollen zeigen, dass wir zu dieser Frau stehen, und wollen, dass sie in die Reihe der ›Gießener Köpfe‹ aufgenommen wird«, resümierte Bietz. Die Gruppe habe die Demonstration selbstständig organisiert. Andere wie die DKP und die Antifa seien spontan dazu gekommen.

Im Schulausschuss hatte die ehemalige Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz ein Gutachten zu Ria Deeg und für eine Ehrung der Gießenerin vorgelegt. In der anschließenden Debatte wurde der Gegensatz der Koalitionäre von den Grünen und der SPD in der Frage deutlich. Auf der Tagesordnung des Stadtparlaments stand die Ehrung Deegs, die im Jahr 2000 in Gießen verstorben war, am Donnerstag nicht. Als Abgeordnete der KPD gehörte sie bis 1956 selbst dem Stadtparlament an.

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