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Prüfung läuft, ob Zebrastreifen zulässig wäre

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GIESSEN (bl). Plötzlich war er da, der Zebrastreifen in der Gnauthstraße - auch wenn die Abstände erkennbar nicht stimmten. Unbekannte hatten die weißen Markierungen Mitte Juli aufgemalt und damit in Eigeninitiative auf ein durchaus ernstzunehmendes Problem an dieser schlecht einsehbaren Kreuzung aufmerksam gemacht. Denn einerseits passieren regelmäßig Fußgänger sowie Kinder auf dem Weg zur Schule oder zum Spielplatz diese Ecke, andererseits wird dort von Autofahrern Tempo 30 häufiger überschritten, sofern die Verhältnisse aufgrund entgegenkommender Fahrzeuge nicht zu beengt sind.

Vor allem an Werktagen ist auf dieser Verbindung zwischen Innenstadt und Schiffenberger Tal einiges los.

Einen Erfolg hat die Aktion, deren Initiator die Polizei bisher nicht hat ermitteln können, zumindest erzielt: Die Straßenverkehrsbehörde der Stadt sagte immerhin zu, eine Verkehrszählung vorzunehmen, um in Erfahrung zu bringen, ob es sich möglicherweise um ein berechtigtes Anliegen handelt. Das ist inzwischen geschehen.

Vom 13. bis 15. September seien die Geschwindigkeit in der Bleichstraße/Gnauthstraße sowie die zugehörigen Fahrzeugmengen erfasst worden, berichtet Stadtsprecherin Claudia Boje auf Anfrage des Anzeigers. »Parallel dazu haben wir mit einem anderen Statistikgerät eine sogenannte Knotenstromzählung durchgeführt. Dabei wurden alle Abbiegebeziehungen von Fahrzeugen und die Anzahl querender zu Fuß Gehender im relevanten Abschnitt ausgewertet.« Konkrete Zahlen könnten aktuell nicht genannt werden, da diese ohne eine Einordnung nichts aussagen würden. Nun laufe ohnehin zunächst die verkehrsrechtliche Prüfung, ob ein Zebrastreifen überhaupt zulässig wäre. »Bei positivem Ergebnis würde die bauliche Umsetzung im Zuge einer Planung geprüft«, so Boje weiter. Zugleich weist sie darauf hin, dass an die Neuerrichtung von Zebrastreifen baulich hohe Anforderungen gestellt werden. Zu berücksichtigen seien etwa Barrierefreiheit, Beleuchtung und Sichtverhältnisse. Ein Fußgängerüberweg lasse sich also nicht mal kurzfristig realisieren, indem bloß ein paar Striche auf die Straße gepinselt und davor Schilder platziert werden.

In den Sozialen Medien stieß der falsche Zebrastreifen damals auf reichlich Zustimmung - ein solcher sei »längst überfällig«, hieß es. Und: Die Bürgerinnen und Bürger müssten sich eben selbst helfen, um für Sicherheit zu sorgen.

Die Stadt warnte wiederum vor »verkehrsgefährdenden Situationen«, die aus derlei inoffiziellen verkehrsregelnden Maßnahmen resultieren könnten. Die Kosten für die Entfernung, mit der die Firma Amend beauftragt worden war, lagen bei rund 2200 Euro.

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