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Puttrich hinterfragt Kirchensteuer

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Gießen (red). In den Zeitungen der VRM-Gruppe ist ein Gastbeitrag der hessischen Ministerin für Bundes- und Europaangelegenheiten, Lucia Puttrich, erschienen, der sich mit dem Zustand der katholischen Kirche beschäftigt. Darin schlägt die CDU-Ministerin unter anderem vor, das System des Kirchensteuereinzugs abzuschaffen, um die »Eigenverantwortung« der Kirchen zu stärken.

Dazu führt die kirchen- und religionspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Landtag, Nina Heidt-Sommer, in einer Pressemitteilung aus: »Wenn eine CDU-Ministerin quasi im Vorbeigehen die Abschaffung der Kirchensteuer fordert, ist das bemerkenswert. Allerdings tut die Ministerin das offensichtlich, ohne über die Folgen ihres Vorschlags nachzudenken. Den Staatsvertrag aufzulösen, auf dessen Grundlage die deutschen Finanzämter die Kirchensteuer einziehen, wäre ein Großprojekt, das intensiv vorbereitet werden müsste. Vor allem aber müsste stets gewährleistet werden, dass die vielen kirchlichen Einrichtungen, die unverzichtbarer Bestandteil des sozialen Netzes in Deutschland sind, in ihrer Existenz gesichert werden.

»Reformen tun Not. Aber zum Erfolg führt nur ein intensiver, kritischer und vor allem gut vorbereiteter Diskurs. Zu diesem kann Frau Puttrichs publizistischer Schnellschuss leider keinen Beitrag leisten,« so Heidt-Sommer.

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