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Quer durch alle Sparten

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Widmen sich am 3. Juli auf Burg Gleiberg Friedrich Schiller, Äpfeln und dem Verrat: die Herren Michael Quast (rechts) und Philipp Mosetter. © Kultursommmer

157 Veranstaltungen an 81 Spielstätten: Der Kultursommer Mittelhessen legt sein aktuelles Programm mit vor. Los geht es am 10. Juni.

GIESSEN/WETTENBERG . 30 Jahre Kultursommer Mittelhessen: ein Grund zum Feiern, auch in schwierigen Zeiten. Das aktuelle Programm stellten gestern Frank Dauer, Geschäftsführer des gleichnamigen Vereins, sowie die Vorsitzende Sybille Atzbach in einer Pressekonferenz auf Burg Gleiberg vor. Auch dabei war Nicole Schlabach von der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen, die die weitere Unterstützung ihres Hauses zusicherte. Gerhard Schmidt, stellvertretender Vorsitzender des Gleibergvereins, bot einen kurzen Rückblick auf die lange Geschichte des Gemäuers. Auf Burg Gleiberg (wie auch auf Burg Staufenberg) werden Veranstaltungen des Mittelhessischen Kultursommers stattfinden.

Besondere Orte, besondere Künstler: das war schon immer der Leitgedanke des Kultursommers, seit er 1992 vom Regierungspräsidium Gießen aus der Taufe gehoben wurde. Waren es beim ersten Kultursommer-Festival noch 43 Veranstaltungen an 35 Orten, bietet das aktuelle Programm 157 Veranstaltungen an 81 Spielstätten. Von Juni bis September präsentiert der Kultursommer gemeinsam mit Kulturinitiativen und Kommunen wieder Kunst quer durch alle Sparten, sei es nun Musik, Theater, Kabarett oder Lesungen.

Auftakt ist am 10. Juni in Weilburg-Hasselbach mit den Lehmanns-Brothers, die fetzigen Funkjazz und Afrobeat präsentieren. Zwei Tage später geht es im Osten weiter: In Lautertal-Eichenrod ist ein Konzert mit dem Duo Nick Ramshaw und Christian Krauss zu hören.

Die erste Veranstaltung im Landkreis Gießen ist am Freitag, 17. Juni im Biergarten der Kinokneipe »Statt Gießen« zu finden. Hier wird Romie ab 19 Uhr für emotionale Klänge sorgen. »Nacht der Klänge«: Das ist der Titel eines langen meditativen Abends am 25. Juni in der Bonifatiuskirche. Es gibt einen abwechslungsreichen Mix aus Orgelmusik, solo und in Kombination mit Geige und Flöte, Percussion, Trompete, Gesang und meditativen Texten - bis in den neuen Tag hinein. Improvisationen von Ralph Stiewe, ehemaliger Regionalkantor in der Bonifatiuskirche, bilden einen Höhepunkt.

Neuer Zirkus

Neuer Zirkus in alten Gemäuern, heißt es am 25. Juni auf Burg Staufenberg. Theatro Artistico zeigt ein Theaterstück im Stil des zeitgenössischen Zirkus - entstanden während der Corona-Pandemie. Antje Pode und Dieter Becker erzählen von Abstand, Nähe und Wandel, mit Luftartistik, Partnerakrobatik und Objektmanipulationen.

Ein Gespräch im Hause Stein über den abwesenden Herrn von Goethe ist am 26. Juni im Theater Rabenau-Odenhausen zu hören. Die Aufführung benötigt nur eine Person, nämlich Charlotte von Stein, Ehefrau des Freiherrn von Stein und des Dichters Geliebte im zehnten Jahr

Eine ganze Reihe von Veranstaltungen im Japanischen Garten des KiZ in Gießen wird am 29. Juni mit dem Erfolgsautor Stephan Thome begonnen, der seinen neuen Roman »Pflaumenregen« vorstellen wird. Der aus Biedenkopf stammende Autor führt durch die bewegte Geschichte Taiwans - seiner Wahlheimat - und entfaltet dabei ein berührendes historisches Drama, in dessen Zentrum eine familiäre Tragödie steht.

Am 30. Juni heißt es im Japanischen Garten: Dietrich Faber meets Tess & Daisy. Das Publikum kann auf die neue Zusammensetzung der drei wohlbekannten Akteure gespannt sein. Die Reihe im Japanischen Garten wird am 7. Juli mit der Band Blues Doctors fortgesetzt. Zwischendurch geht es am 3. Juli hoch auf Burg Gleiberg. Hier präsentieren Michael Quast und Philipp Mosetter ein neues Kabinettstückchen mit dem Titel »Schiller _ Verrat, Verrat und hinten scheint die Sonne«.

Jazz und Klassik

Am 9. Juli ist das Multikulturelle Orchester im Bürgerpark Lich zu hören. Am 14. Juli steht ein weiteres Konzert im Japanischen Garten an: »Streetsongs - Keller mit Warnke«. »Sommerträume« auf Burg Gleiberg gibt es am 15. Juli. ›Sein neues Programm »Kreislermania« stellt Martin Gärtner am 16. Juli am Dorfgemeinschaftshaus in Rabenau-Odenhausen vor.

Wer gern verjazzte Klassik hört, dem sei die Fahrt am 17. Juli in die idyllische Hessenbrückenmühle in Laubach-Münster empfohlen. Es spielen Zilvina Bazaukas und Peter Fleckenstein. Zwei weitere Konzerte im Japanischen Garten gibt es am 21. Juli mit Radio 2020 und am 28. Juli mit 2Injoy. Etwas Besonderes dürfte am 23. Juli, auch das Konzert »Gema 4« in der Ruine Kloster Arnsburg werden.

Zu einem Konzert mit JMO »Drei Länder - eine Sprache« geht es am 30. Juli ins Hungener Schloss. JMO sind am 6. August in Lich vor dem Restaurant Savanne noch einmal zu hören. In der Hessenbrückenmühle ist am 7. August Klassik mit dem Trio Marvin zu hören. Am 27. August gibt es ein Gongkonzert mit Sukawave im Stadtpark Lich sowie konzertante Klanginstallationen in der Klosterruine.

Im September können sich die Besucher wieder über die Sommermusikwelten in Lich freuen: Dabei sind Juliana de Silva mit Weltmusik aus Brasilien sowie Bomrani, beide im Kino Traumstern. Am 16. September folgt das Helmut Fischer-Projekt in der Bezalel Synagoge. Der Abschluss findet am 17. September mit Maria Mazzotta an gleicher Stelle statt.

Attraktive Veranstaltungen werden wie immer auch in den benachbarten Landkreisen präsentiert. Ausführliche Infos dazu sind auf der Homepage https://www.kultursommer- mittelhessen.de zu finden.

Das Programm des Jungen Kultursommers Mittelhessen hat in diesem Jahr einen Schwerpunkt auf der Musik. So wird auf dem Außengelände der Hardtgärten in Gießen am 1. Juli um 16 Uhr »Der Liedergarten mit Bine« geboten. Weitere Beispiele sind das musikalische Märchen »Das Traumfresserchen«, das Musical »Juri und das Alpakalamadrama«, das Musik-Theaterstück »Antigone« von Bodo Wartke mit dem Theater Traumstern oder die Kinderoper »Edgar das gruselige Schlossgespenst«.

Auch bekannte Künstler aus dem »Erwachsenen-Programm« bieten Kinder- und Jugendvorstellungen an: So findet in Homberg (Ohm) das Mitmach-Konzert »Hurra, wir spielen ein Konzert« mit The Twiolins statt. Und Maurice Steger bietet mit dem Barockorchester La Cetra Basel ein Kinderkonzert in Marburg an. Circa 50 Veranstaltungstage sind im Programm der 17. Auflage zu finden.

Im Rahmen der Pressekonferenz betonten Sybille Atzbach und Frank Dauer, das Festival sei inklusive des umfassenden Kinderprogramms nur möglich, »da uns unsere Förderer und Sponsoren verlässlich und mit Begeisterung für die Kultur unterstützen«. (uhg)

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