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Radstreifen und Tempo 30

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Zwischen Gartenstraße und Bismarckstraße beginnen die Arbeiten an der Ludwigstraße. Foto: Schäfer © Schäfer

Ab September wird die Ludwigstraße in Gießen zwischen Gartenstraße und Riegelpfad saniert. Fahrradstreifen sind geplant.

Gießen. Den Radverkehr fördern. Das steht im Koalitionsvertrag von Grünen, SPD und Gießener Linke weit vorn. Der nächste konkrete Schritt: Ab September erneuert die Stadt die Fahrbahn der Ludwigstraße zwischen Gartenstraße und Riegelpfad und plant Fahrradstreifen ein. Und: »Auf Grundlage des Lärmaktionsplans hoffen wir, dass wir dort auch Tempo 30 bekommen. Die Begutachtung läuft derzeit. Zudem wollen wir die Geschwindigkeit in der Ludwigstraße auch dauerhaft kontrollieren und Blitzer einrichten«, sagt Bürgermeister Alexander Wright von den Grünen. Änderungen am Universitätsplatz, die mit den Baumaßnahmen in Verbindung stehen, plane die Justus-Liebig-Universität aktuell nicht. Aber unabhängig davon »tauschen wir uns derzeit mit der Universitätsstadt Gießen darüber aus, wie der richtige Umgang mit der nächtlichen Nutzung des Universitätsplatzes aussehen kann - dabei wird sicher auch die Umgestaltung der Ludwigstraße eine Rolle spielen«, erklärt JLU-Sprecherin Lisa Dittrich.

Sanierung in drei Abschnitten

Laut Ausschreibungsunterlagen beginnt der Ausbau an der Gartenstraße. In diesem Bereich ist nur ein Abschnitt eines Fahrradstreifens in Fahrtrichtung Ludwigsplatz vorgesehen. Vier Parkplätze fallen laut Planung weg, sechs Plätze können künftig als Kurzzeitparkplätze oder Ladeflächen genutzt werden. Schritt zwei reicht von der Einmündung Bismarckstraße bis zur Einmündung Bleichstraße. In derselben Fahrtrichtung ist hier ebenfalls ein Radstreifen in Richtung Ludwigsplatz geplant, zwischen Goethe- und Bleichstraße dann Streifen auf beiden Seiten. Universitätsplatz und Ludwigstraße verbinden sich in besonderer Weise. Wright: »Wir haben planerisch vorgesehen, dass der Platz vor dem Hauptgebäude abgehoben wird. Dadurch soll auch eine Charakteristik von dem Platz hergestellt werden. Ich denke, dass ist eine zusätzliche Qualität für die Menschen, die dort wohnen, aber auch für die Menschen, die die Straße mit dem Fahrrad nutzen, und die Fußgänger.« Konkret plant die Stadt, den Straßenabschnitt vor dem Hauptgebäude in anderer Farbe umzusetzen und ihn auf eine Ebene mit der Ludwigstraße zu bringen. Die Bushaltestelle vor dem Hauptgebäude in Fahrtrichtung Ludwigsplatz rückt gemäß Plan einige Meter von der JLU weg und findet ihren neuen Platz hinter der Einmündung Goethestraße. Die Haltestelle auf der gegenüberliegenden Straßenseite behält ihren Platz. Drei Parkplätze bleiben zwischen Bismarckstraße und Goethestraße erhalten, werden aber zur Ladezone. Zwischen Goethestraße und Bleichstraße entfallen 14 Parkplätze. Auch wenn es keine unmittelbaren Pläne für den Universitätsplatz wie beispielsweise die Ansiedlung von Gastronomie gebe, liefen die Gespräche mit der Stadt. Im Zusammenhang mit der Nutzung des Platzes gehe die JLU davon aus, dass »die Universitätsstadt zeitnah mit ihren diesbezüglichen Überlegungen auf die Universität zukommen wird«, so Dittrich.

Zeitgleich mit Verkehrsversuch

Der letzte Bauabschnitt verläuft dann von der Einmündung Bleichstraße bis zur Einmündung Riegelpfad - in beiden Fahrtrichtungen sind abschnittsweise Radstreifen geplant. Drei Parkplätze bleiben erhalten. »Wir sind natürlich froh, dass wir in der Ludwigstraße einige Verbesserungen für den Radverkehr herstellen können«, betont der Bürgermeister. Wegen der Vollsperrungen werde es wie bei jeder Baustelle schwierig. »Das ist leider nicht anders möglich. Aber wir sanieren die Ludwigstraße abschnittsweise«, macht der Politiker deutlich. Ab dem 12. September sollen die Arbeiten rund 15 Monate dauern. Sie wären damit in Teilen zeitgleich mit dem Verkehrsversuch auf dem Anlagenring. Er sehe nicht, dass es durch die Gleichzeitigkeit Schwierigkeit mit dem Verkehrsversuch wie eine schlimme Kollision zwischen den Baustellen geben werde, ordnet Wright ein.

Im Zusammenhang mit der Straßenerneuerung steht die Sanierung von Kanälen und Versorgungsleitungen durch die Mittelhessischen Wasserbetriebe und die Stadtwerke. Wie sich die gesamten Arbeiten auswirken, ist dem Übersichtsplan der Ausschreibungsunterlagen zu entnehmen. Dort heißt es: »Grundsätzlich gilt für die komplette Bauphase: Anlieferverkehr und Zulieferverkehr, insbesondere auch die Durchfahrt für Müllfahrzeuge und Rettungsdienste, ist aufrechtzuerhalten. Das gilt auch für die Aufrechterhaltung der Befahrbarkeit von Garagen und Hofeinfahrten und im Besonderen auch für den allgemeinen Fußgängerverkehr, wobei die eigentlichen Bauflächen für den allgemeinen Fußgängerverkehr zu sperren sind, gemäß verkehrsrechtlicher Anordnung. Bauablaufbedingte kurzfristige Sperrungen der privaten Einfahrten hat der Auftragnehmer mit den jeweiligen Anliegern vor Ort abzustimmen.« Bei Kampfmittelsondierungen hat man bereits 2021 insgesamt 13 Anomalien in dem Gebiet ausgemacht. Sie werden während der Arbeiten genauer unter die Lupe genommen.

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