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»Räume mit Leben füllen«

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Die vier Kirchenräte kamen zur Grundsteinlegung im Schiffenberger Tal zusammen. Foto: Gergin © Gergin

Gießen (red). Die Geschichte der Aramäer in Gießen und Umkreis geht weit über 50 Jahre in die 1970er Jahre zurück. Seitdem sind vier Kirchengemeinden samt Kirchengebäude entstanden. Nachdem die älteren Gemeinden in Pohlheim es bereits vorgelebt haben und ihre Gemeindesäle bereits seit Jahren nutzen, hat nunmehr auch die jüngste Gemeinde ihre Ziele in die Realität umgesetzt und baut zur Komplettierung ein neues Gemeindezentrum im Schiffenberger Tal in Gießen.

Am Wochenende feierte die Syrisch-Orthodoxe Kirche St. Afrem & St. Theodoros mit der Grundsteinlegung für ihr Gemeindezentrum einen »Meilenstein der Gemeindearbeit«.

Die ersten Pläne für das Gemeindezentrum wurden bereits 2012 gezeichnet, wie Samuel Gergin, Vorsitzender der Gemeinde, in einer Pressemitteilung ausführt. Im Laufe der Zeit wurde vom neuen Kirchenrat eine Bestands- und Bedarfsplanung gemacht, weshalb der Kirchenrat die Pläne nach diesen Ergebnissen zusammen mit dem Team um das Architekturbüro Welker aus Wettenberg an den Bedarf angepasst und neu gezeichnet habe.

Der Erzbischof der Syrisch-Orthodoxen Kirche von Deutschland, Seine Eminenz Philoxenos Mattias Nayis, segnete feierlich die Grundsteinlegung des Neubaus mit den Pfarrern Lahdo Aydin, Kenan Budak und Advar Zaitoun sowie den Dekanen Iskender Kücükkaplan und Gabriel Mourad. Aufgrund des Besuchs seiner Eminenz haben zahlreiche Gläubige der Grundsteinlegung beigewohnt. Wichtig sei es für die Zukunft aller Kirchengemeinden, solche Projekte nicht nur zu bauen, sondern sie nach Fertigstellung auch mit Leben zu füllen und die Gemeindearbeit voller Tatenkraft anzugehen, betonte der Geistliche, und unterstrich: »Es muss viel mehr Kraft aufgewendet werden, um die Jugend von heute wieder in die Kirche und Gemeindearbeit aktiv einzubinden.«

Pfarrer Lahdo Aydin sowie die Vorsitzenden Samuel Gergin und Metin Cil gaben Einblick in räumliche und technische Pläne des Neubaus. Das zweistöckige Gebäude bekommt eine helle Fassade und komplettiert nach Fertigstellung die bereits im Jahr 2016 eingeweihte Kirche auf dem Gelände. Das neue Haus, das 44 mal 44 Meter groß sein wird, bietet neben einem großen Mehrzwecksaal für verschiedene Feierlichkeiten und Veranstaltungen auch Platz für mehrere Gemeinschafts-, Versammlungs- und Schulungsräume sowie einen Jugendraum, einen Kinderhort und ein großzügiges Foyer auf einer Gesamtnutzfläche von etwa 3500 Quadratmetern zuzüglich Tiefgarage.

Das Projekt bedeutet für die recht junge Gemeinde, die 2001 gegründet wurde, einen finanziellen Kraftakt. Der Gemeindevorstand möchte in Anbetracht der aktuellen Zinslage möglichst keine Fremdmittel in Anspruch nehmen, sondern den Großteil der Baukosten - vermutlich mehrere Millionen Euro - durch Eigenmittel und Spenden aufbringen. Einige Hunderttausend Euro sind bereits von den Mitgliedern der St. Afrem & St. Theodoros-Gemeinde eingegangen. Fertigstellung und Bezug des Gemeindezentrums sind für 2024 angepeilt.

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