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Raum für eigene Noten

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Von: Felix Müller

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Im dritten Anlauf endlich wieder auf der Bühne des Ulenspiegel: die Formation Jesk!. Foto: Müller © Müller

Gießen (lix). Der Partykeller Ulenspiegel verwandelte sich am Mittwochabend mal wieder in einen kleinen, feinen Jazzclub. Bei Kerzenschein und gedimmtem Licht genossen die Besucher vor allem die Klänge der noch recht jungen Jazz-Formation Jesk!. Die vierköpfige Band, deren Mitglieder aus dem Gießener und Marburger Raum stammen, überzeugten mit ihren Eigenkompositionen, die mal zärtlich und melancholisch, mal wild und energetisch klangen.

Das Quartett, bestehend aus Andreas Jamin an der Posaune, Schlagzeuger Michael Ehret, Gitarrist Christian Schiller sowie Dirk Kunz am Kontrabass, zeigte sich froh, endlich wieder vor Publikum auftreten zu können. «Nach zwei coronabedingten Verschiebungen haben wir es endlich geschafft. Aller guten Dinge sind ja schließlich drei«, scherzte Jamin zu Beginn. Die Spielfreude war »Jesk!« jedenfalls sogleich anzumerken. Schon bei den ersten Nummern wie »In your Eyes« oder »Equifox« brachten die Musiker eine Menge Energie auf die Bühne.

Der Bandname ist übrigens schnell erklärt. »Wir haben einfach die Anfangsbuchstaben unserer Nachnamen zu einem passenden Wort geformt,« erklärte Jamin, der unter anderem auch bei der Gießener Band Captain Overdrive mitwirkt.

Gesungen wurde an diesem Abend übrigens nicht, die Künstler ließen allein ihre Instrumente sprechen. Besonders einige Soli stachen heraus. Bei seinem selbstkomponierten Stück »Moments« zeigte Kunz am Kontrabass sein Können. Beim eigentlichen Schluss-Song »Ich bin raus«, an diesem Abend kurzerhand nach vorne verlegt, erhielt Gitarrist Schiller die Möglichkeit, sich solo auszutoben.

Generell war dem Quartett anzumerken, dass es gut miteinander harmoniert und jeder den Raum bekommt, um seine eigene Note einzubringen. Die Titel stammen bis auf einen Cover-Song alle von Jamin, Kunz oder Schiller. So vergingen zwei Konzertstunden wie im Flug, bevor das Quartett zum Schlussakkord ansetzte. »Da wir unseren Rausschmeißer schon gespielt haben, machen wir am Ende einfach nochmal richtig Alarm«, kündigte die Band an - und zog beim Song »Alarm« nochmal alle Register.

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