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»Raum für neue Impulse schaffen«

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Dr. Christian Höftberger hat um Auflösung seines Vertrags gebeten. Foto: Rhön Klinikum AG / Daniel Peter © Rhön Klinikum AG / Daniel Peter

Dr. Christian Höftberger tritt als Vorstandsvorsitzender der Rhön-Klinikum AG zurück. Der Aufsichtsrat entsprach seinem Ersuchen und bestellt Prof. Tobias Kaltenbach neu in das Amt.

Gießen (red). Der Vorstandsvorsitzende der Rhön-Klinikum AG, Dr. Christian Höftberger, hat den Aufsichtsratsvorsitzenden der Gesellschaft in der vergangenen Woche gebeten, seinen Vertrag vorzeitig aufzulösen. Der Aufsichtsrat hat daraufhin am Dienstag in einer kurzfristig einberufenen Sitzung beschlossen, dieser Bitte nachzukommen. Mit diesem einvernehmlichen Schritt möchten sowohl Höftberger als auch der Aufsichtsrat im Sinne der Mitarbeitenden und aller Patienten des Universitätsklinikums Gießen und Marburg (UKGM) Raum für neue Impulse in den festgefahrenen Verhandlungen zwischen der Rhön-Klinikum AG und dem Land Hessen zur Zukunftssicherung des UKGM schaffen, wie es in einer Pressemitteilung des Unternehmens heißt.

Als neuen Vorstandsvorsitzenden hat der Aufsichtsrat Prof. Tobias Kaltenbach bestellt, der sein Amt am 1. November antreten wird. Zudem hat der Aufsichtsrat entschieden, den Vorstand der Gesellschaft auf drei Personen zu verkleinern.

Prof. Bernd Griewing wird in seiner Funktion als CMO (Chief Medical Officer) in die Position eines Generalbevollmächtigten wechseln. Ab 1. November wird der Vorstand der Gesellschaft somit aus Prof. Tobias Kaltenbach (CEO), Dr. Stefan Stranz (CFO) und Dr. Gunther K. Weiß (COO) bestehen.

Zu den Gründen für seine Entscheidung sagte Dr. Christian Höftberger: »Die Entscheidung, den Aufsichtsrat um die Aufhebung meines Vertrages zu bitten, ist mir nicht leichtgefallen. Der unermüdliche, beeindruckende Einsatz aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den vergangenen Jahren - gerade auch während der Corona-Pandemie - ist ein klarer Beleg dafür, dass die Rhön Klinikum AG sehr gut aufgestellt ist, um auch die künftigen Veränderungen und massiven Herausforderungen im Gesundheitssektor nicht nur bewältigen, sondern auch positiv gestalten zu können. Daher ist es umso bedauerlicher, dass die Verhandlungen mit dem Land Hessen zur Zukunftssicherung des UKGM keine Fortschritte mehr gemacht haben. Nach intensiven Überlegungen bin ich zu dem Schluss gekommen, dass ich im Sinne der Mitarbeitenden und aller Patientinnen und Patienten des Universitätsklinikums Gießen und Marburg in diesen festgefahrenen Verhandlungen Raum für neue Impulse schaffen möchte.«

Der Vorsitzende des Aufsichtsrates, Dr. Jan Liersch, sagte: »Im Namen aller Mitglieder des Aufsichtsrates danke ich Dr. Christian Höftberger sehr für seine erfolgreiche Arbeit. Er hat die Rhön Klinikum AG in den zurückliegenden über zwei Jahren erfolgreich mit großem Engagement durch die äußerst schwierigen Zeiten der Corona-Pandemie gesteuert. Unter seiner Führung wurde ein umfassender Transformationsprozess, u. a. zur Integration der RHÖN-KLINIKUM AG in den übergeordneten Konzern der Asklepios Kliniken Gruppe, angeschoben. Zudem hat er mit einer Vielzahl wichtiger Initiativen, etwa im ambulanten und digitalen Gesundheitsmarkt, die Innovationskraft des Unternehmens deutlich gestärkt. Auf Basis der wirtschaftlich deutlich verbesserten Ergebnisse sowie dem gelebten Fokus auf Vernetzung und Kollaboration hat die Rhön Klinikum AG hervorragende Zukunftsaussichten. Wir wünschen Dr. Christian Höftberger für seine berufliche und persönliche Zukunft alles Gute. Mit Prof. Tobias Kaltenbach haben wir einen erfahrenen Experten als neuen Vorstandsvorsitzenden gewinnen können. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit. Gemeinsam mit dem Aufsichtsrat wird Tobias Kaltenbach zudem einen erneuten Versuch unternehmen, dass das Land Hessen wieder an den Verhandlungstisch zurückkehrt. Die Rhön Klinikum AG ist auch weiterhin offen für eine pragmatische und schnelle Lösung.«

Zur Person

Prof. Tobias Kaltenbach ist Diplom-Wirtschaftsingenieur und hat mit einer Arbeit zum Qualitätsmanagement im Krankenhaus promoviert. Nach beruflichen Stationen als wissenschaftlicher Mitarbeiter, Unternehmensberater sowie Projektmanager bei einem privaten Klinikträger wurde er für die Asklepios Kliniken tätig. Hier verantwortete er als Geschäftsführer zunächst die Geschicke mehrerer Kliniken in ganz Deutschland und war dann in der Konzerngeschäftsführung tätig, zuletzt als deren Vorsitzender. Im Anschluss daran führte er die wirtschaftliche Sanierung der Kliniken des Main-Taunus-Kreises durch und fusionierte diese mit dem Klinikum Frankfurt-Höchst zum größten Krankenhausunternehmen im Rhein-Main-Gebiet. Seit 2017 berät er mit seinem eigenen Unternehmen bundesweit Projekte im Gesundheitswesen. Tobias Kaltenbach hat eine Professur im Studiengang M.A. Health Care Management an der HSD Hochschule Döpfer und ist dort zudem als Professor für Management in der Gesundheitswirtschaft tätig.

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Tobias Kaltenbach. Foto:privat © Red

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