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Regelwidriger Schleichweg

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Ab 2023 soll die Braugasse auch für Autos in beide Richtungen befahrbar sein. Foto: Schäfer © Schäfer

Anwohner zählen täglich bis zu 40 Verstöße gegen die Einbahnstraßenregelung in der Braugasse in Gießen.

Gießen (olz). Eigentlich kann es da keine zwei Meinungen geben: Die Braugasse ist eine Einbahnstraße, die vom Landgraf-Philipp-Platz aus nicht mit dem Auto durchfahren werden darf. Eigentlich: »Anwohner beobachten schon lange und haben nun durch eigene Zählungen festgestellt, dass 30 bis 40 Fahrzeuge täglich vom Landgraf-Philipp-Platz durch die Braugasse regelwidrig zur Walltorstraße fahren«, berichtet Günter Helmchen. Der Stadtverordnete der Freien Wähler hat sich deshalb an den Magistrat gewandt. »Es ist bekannt, dass die Einbahnstraßenregelung für den Kraftfahrzeugverkehr gelegentlich missachtet wird«, antwortet Bürgermeister Alexander Wright von den Grünen.

Mit seiner Anfrage erkundigt sich Helmchen, ob und wie diese Verstöße gegen die Einbahnstraßenregelung der Braugasse abgestellt werden könnten.

Einerseits handele es sich um anliegerfremden Abkürzungsverkehr, so der Bürgermeister. Das verbotene Befahren erfolge aber auch zum Erreichen oder Verlassen der Grundstücke der Braugasse. Bislang habe die Verwaltung die Verstöße nicht statistisch erfasst. Ausgehend von den 30 bis 40 Fahrten, die Anwohner gezählt haben, sei eine intensive Überwachung des Bereichs nicht verhältnismäßig. »Verstöße im Rahmen des täglichen Streifendienstes werden geahndet, gehäufte Gefahrensituationen entstehen jedoch nicht«, berichtet der Ordnungsdezernent.

Im Rahmen des Verkehrsversuches sei ab Mitte nächsten Jahres geplant, die Braugasse auch für den Kfz-Verkehr in beide Richtungen zu öffnen. Die Maßnahme werde die Erreichbarkeit der nördlichen Innenstadt sichern. Straßenquerschnitt und Flächenverfügbarkeit ließen dies zu. Wright: »Die heutige Einbahnstraßenregelung verfolgt nicht das ausschließliche Ziel, die Braugasse verkehrlich zu beruhigen, sondern Schleichverkehr durch die gesamte nördliche Innenstadt einzudämmen. Dieses Ziel wird zukünftig insbesondere durch die in Kürze anstehende Unterbindung der Befahrbarkeit von Kanzleiberg und Brandplatz für Kraftfahrzeuge erreicht.«

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