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Gesammelte Samen werden eingepflanzt.

Religionsunterricht mitten im Leben

Gießen (red). Was können wir für unsere Umgebung Positives bewirken? Dieser Frage gingen die Klassen 6a und 6b der August-Hermann-Francke-Schule im Religionsunterricht nach. Lehrer Lars Budde hatte die Schüler beauftragt, in Gruppen Ideen zu entwickeln, wie der Gestaltungsauftrag aus dem biblischen Schöpfungsbericht verwirklicht werden kann. Über acht Wochen wurden die Projekte umgesetzt und anschließend im Unterricht vorgestellt.

»Wem gilt denn nun unsere Aufmerksamkeit?«, fragten sich die Kinder zunächst. Manche stellten sich einen guten Herrscher vor, der sich um seine Untertanen kümmert. So stand zunächst der Mensch - oder, wie es im Neuen Testament heißt, der Nächste - im Fokus. Kinder unterstützten bei der Ausgabe an Bedürftige die Tafeln in zwei Kreiskommunen oder suchten Alternativen für Konsumartikel, damit die Vorräte auf dieser Erde länger geschont werden. Mit dem Umstieg auf Bambuszahnbürsten (statt mit Griffen aus Plastik) und fester Seife (geringerer Transportaufwand) konnten Einzelne in ihrem Umfeld sogar Überzeugungsarbeit leisten und Nachahmer finden. Jana und Kati bastelten Flyer, um mit Leuten über die Umwelt und das Verhältnis zur Schöpfung ins Gespräch zu kommen. Andere Projektgruppen beschäftigten sich mit den Mitgeschöpfen aus dem Tierreich und setzten folgende Pläne um: Futter ins Tierheim bringen, für Tiere dort Werbung machen und die Vermittlung ankurbeln, Vogelfutterhäuser oder Insektenhotels basteln und dabei durch Recycling keine neuen Ressourcen verbrauchen. Ihr Bienenschutzprojekt begründeten Joaquin und Sean so: »Wir haben uns gedacht, wenn wir Bienen schützen, sind wir ein guter Teil von etwas Großem, denn ohne Bienen ist kein Leben möglich.«

Einen weiten Blick bewiesen auch Fritz und Paul aus Klasse 6b: Für die Aufforstung im Wald kauften sie nicht nur junge Bäume ein, sondern pflanzten auch vorher sorgsam gewonnene Bucheckern und Tannenzapfen. Einen guten Beitrag leisteten auch die Schulkinder, die zwar nicht etwas Neues präsentierten, dafür aber etwas Altes entfernt hatten: Durch fleißiges Müllsammeln verbesserten sie die Lebensbedingungen. Lars Budde freute sich über die vielfältigen Ideen, den Einfallsreichtum und zeitlichen Aufwand, der von den Schülern geleistet wurde. So reichte der Unterricht im Fach Religion in das Leben hinein und wurde mit praktischem Handeln wirksam.

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