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Relikte aus regem Vereinsleben

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Gustav Sapper zählte zu den 115 Herren, die sich 1971 zum Jahrgang zusammenschlossen. Auch dieses Bild wurde jetzt der Gesamtvereinigung übergeben. Repro: Jung © Klaus-Dieter Jung

Karin Marquardt stellt Erinnerungsstücke aus dem Nachlass ihres Vaters den Fünfzigern zur Verfügung.

Gießen. Der Jahrgang 1921/1971 der Herren Fünfziger Vereinigung ist längst aufgelöst, doch jetzt sind überraschend Erinnerungen aus dem Vereinsleben der über viele Jahre aktiven Gemeinschaft aufgetaucht: Fast zwei Jahre nach dem Tod ihrer Mutter stellte die Gießenerin Karin Marquardt Fotos, Berichte und Plaketten ihres schon 2005 verstorbenen Vaters dem Gesamtverein zur Verfügung. Die Gegenstände finden Platz im Archiv, wie der Vorsitzende Otto Suckfüll der Spenderin telefonisch versicherte und sich herzlich über die Gabe bedankte.

Die Gießenerin zählt zwar nicht zu den Fünfzigern, sie bot aber die Fundstücke gerne dem Gesamtverein an. Über den Umweg Stadtverwaltung erreichte der große Umschlag schließlich die Villa Leutert. Gustav Sapper zählte zu den 115 Herren, die sich 1971 zum Jahrgang zusammenschlossen. Bis zu seinem Tod war er Mitglied und beteiligte sich an unzähligen Treffen. Beim 25. Bestehen formierten sich die Herren zu einem Jubiläumsfoto vor dem Stadttheater, das Foto findet einen Platz im Raum der Fünfziger. Als äußeres Zeichen des Geburtstages ließen die Mitglieder eine Plakette anfertigen, die jetzt im Schrank in der Villa Leutert einen Platz gefunden hat. Dass man ohne Computer und Internet gute Organisation betreiben kann, bewies der damalige Vorsitzende Karl F. Holota im Jahr 2000. Für jedes Mitglied wurde ein Taschenkalender angefertigt, 45 Seiten stark, mit einem Mitgliederverzeichnis - damals waren es 97 Herren - Veranstaltungsterminen, Geburtstagen und einem Grußwort. Das gesamte Jahr lässt sich im Nachhinein nachvollziehen und der Betrachter weiß die Namen aller damaligen Mitglieder und kennt ihre Berufe.

In Zeiten der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) ist das schlicht unvorstellbar. Das schwarze Büchlein gibt auch Auskunft über das gesellige Leben der Herrenvereinigung. Den Unterhaltungsabend am 18. Februar 2000 haben die 1921/71er und ihre Ehefrauen bestimmt angenehm erlebt. Unter sich blieben die Männer beim Herrenessen, wohingegen das Sommerfest 2000 wieder gemeinsam gefeiert wurde. Am ersten Donnerstag im Monat um 20 Uhr trafen sich viele Jahre die Jahrgangsmitglieder im Dachcafé zu ihren Stammtischen und genossen den tollen Blick über die Stadt.

Urkunden und Bildunterschriften mit den Namen der Fotografierten sowie Einladungen zu den Hauptversammlungen sind jetzt Teile des umfangreichen Fünfzigerarchivs und zeigen ein Stück der Geschichte der Herren, die in diesem Jahr das Alter von 101 Jahren hätten.

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Einige Relikte finden sich jetzt in der Villa Leutert. © Jung

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