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»RMV-Ticket für alle und sichere Arbeitsplätze«

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Verdi-Fachsekretär Fabian Dzewas-Rehm (r.) und UKGM-Gesamtbetriebsratsvorsitzender Marcel Iwanyk (2.v.r.) stehen mit den Demoteilnehmern vor dem Haupteingang. © Schäfer

An einer Verdi-Demo vor dem Gießener Uniklinikum (UKGM) nahmen 80 Mitarbeiter und Unterstützer teil. Im Fokus standen dabei auch die Reinigungskräfte.

Gießen (rsa). Schallendes Klatschen brandete am Hauptportal des Gießener Universitätsklinikums (UKGM) auf, übertönt von lauten Zustimmungsrufen. Die Gewerkschaft Verdi hatte für Mittwochmittag zu einer sogenannten aktiven Mittagspause aufgerufen. Angekündigt war, gleiche Arbeitsbedingungen für alle Beschäftigten des Klinikums zu fordern. An die 80 Mitarbeiter waren dem Aufruf gefolgt. Anscheinend befanden sich viele Reinigungskräfte unter den Teilnehmern. Denn um die ging es in einem wichtigen Punkt. Sie sind nämlich die einzigen Klinikbeschäftigten, die keine RMV-Jahreskarte vom Arbeitgeber erhalten haben. Mit dieser kann man Bus und Bahn an 365 Tagen kostenlos nutzen.

Als Fabian Dzewas-Rehm, Verdi-Fachsekretär für den Bereich Gesundheit, und UKGM-Gesamtbetriebsratsvorsitzender Marcel Iwanyk zum Schluss der Kundgebung nochmals diese Ungleichbehandlung geißelten und zu einem Kampf um Gleichbehandlung aufriefen, gab es von allen Teilnehmern das erwähnte laute Klatschen und die bejahenden Zurufe. Dabei war nicht auszumachen, wer Reinigungskraft ist und wer sich aus Solidarität mit einbrachte.

Wertschätzung

»Konkret wollen wir das RMV-Ticket für alle aus der Reinigung und Garantien für sichere Arbeitsplätze für jeden«, betonte Dzewas-Rehm. »Insbesondere in der ausgegliederten Reinigung wäre eine Wertschätzung mehr als angemessen.« Anfang des Jahres war erst für die direkt beim UKGM Angestellten ein Tarifvertrag über ein kostenloses RMV-Ticket in Kraft getreten. Für die Beschäftigten ist dies eine finanzielle Entlastung. »In der Reinigung sind die Löhne deutlich geringer. Gerade dort wäre es wichtig, dass der Arbeitgeber sich bewegt und denen, die auf Bus und Bahn angewiesen sind, das Ticket zur Verfügung stellt«, forderte er. Die angekündigte Einigung zwischen dem Land Hessen und dem privaten Betreiber des UKGM nehme zwar die Arbeitsbedingungen in den Fokus und schaffe für viele Beschäftigte Sicherheit. Jedoch sei bisher der Umfang von Ausgliederungsverbot und Kündigungsschutz unklar. »Konkret fragen wir: Was ist mit den Mitarbeitern der Service GmbH? Was ist mit der Reinigung? Und welchen Ausgliederungen wird das Land zustimmen?«

Weitere Redebeiträge gab es von Iwanyk, Uli Stroh von der Abteilung 1-5, Regina Dickel (Betriebsratsmitglied), Jochen Nietusch (Ehemann einer Beschäftigten), Michael Altmann (Verdi Frankfurt) sowie vom DGB-Kreisvorsitzenden Klaus Zecher, der überzeugt ist: »Gemeinsam werden wir unsere Ziele durchsetzen.«

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