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RP Gießen bestätigt Rotavirus-Fälle in EAEH

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Gießen (bl). Dass auch in der Erstaufnahmeeinrichtung des Landes Hessen (EAEH) das Coronavirus grassierte, ist bekannt. Gerade Anfang des Jahres sorgte das wiederholt für teils heftige Kritik an den vorherrschenden hygienischen Zuständen, insbesondere in den überfüllten Notunterkünften. Der hessische Flüchtlingsrat etwa monierte, die Wohnsituation sei ein »Pandemietreiber par exellence« gewesen.

Nun berichtete wiederum das ARD-Politikmagazin »Report Mainz« von einer ukrainischen Mutter, die mit ihren drei Kindern in der EAEH in Gießen untergebracht war - und deren eineinhalbjähriger Sohn sich dort mit dem Rotavirus infiziert habe. »Er hat sich zwei Tage lang übergeben, hatte Durchfall, hohes Fieber«, wird die Frau zitiert. Am folgenden Tag seien noch andere krank geworden. Und trotzdem seien sie in einem Gemeinschaftsbus in eine weitere Einrichtung nach Marburg verlegt worden. »Wir können sie ja nicht auf der Straße stehen lassen. Sie muss natürlich untergebracht werden, auch mit Virus«, erklärte EAEH-Leiter Manfred Becker gegenüber »Report Mainz«. Gleichzeitig wies er darauf hin, dass erkrankte Personen normalerweise »von anderen getrennt transportiert« würden. In diesem Fall soll dies jedoch nicht passiert sein, entgegnete die Reporterin.

Das Rotavirus ist hochansteckend und verursacht vor allem bei Kleinkindern gefährliche Durchfallerkrankungen. Während das Gesundheitsamt des Landkreises Gießen von einer Infektion ohne schweren Verlauf spricht, die am 21. April durch das von der Kinderklinik mit der Untersuchung beauftragte Labor gemeldet worden sei, bestätigt das Regierungspräsidium (RP) Gießen »insgesamt fünf Personen, die seit dem 24. Februar räumlich und zeitlich unabhängig voneinander mit dem Rotavirus infiziert waren«. Nachdem vor Ort Symptome aufgetreten seien, habe man die Betroffenen aus den Standorten respektive den Notunterkünften in ein Krankenhaus eingeliefert. »Dort wurden die Infektionen festgestellt und umgehend behandelt«, so der stellvertretende RP-Sprecher Thorsten Haas auf Anfrage des Anzeigers. Erst nach abgeschlossener Versorgung seien die Menschen Landkreisen zugewiesen worden. Ein »größeres Ausbruchsgeschehen« habe es nirgends gegeben, versichert Haas. Und fügt hinzu: »Grundsätzlich ist festzuhalten, dass die Krankenhäuser beziehungsweise die/der feststellende Ärztin/Arzt bei einer solchen Infektion nur gegenüber den Gesundheitsämtern meldepflichtig sind. Diese Meldung ist unseres Wissens jeweils erfolgt.«

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