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»Sahara-Düse« über Gießen

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Nur kurz zeigte sich der Dezember mit einer Winterlandschaft. Am 1. Weihnachtsfeiertag lag dünner Schnee. © Jung

Der Dezember brachte den Gießenern gerade mal 33 Sonnenstunden, dafür aber 15 graue Tage. Zumindest gab es nur wenig Niederschlag.

Gießen. »Silvester düster oder klar, sagt an ein gutes neues Jahr«, ist eine der vielen Bauernregeln für den letzten Monat im Jahr. Prächtig zeigte sich in den späten Nachmittagsstunden der letzte Dezembertag, mit einem klaren Himmel, Sonne und weißen Wolken und als er zur Neige ging, leuchtete der Himmel in seinen schönsten Farben. Das macht Hoffnung auf ein gutes Jahr 2022. Nicht ganz traf dagegen die Bauernregel »Im Dezember sollen Eisblumen blühen. Weihnachten sei nur auf dem Tische grün« auf Gießen zu. Es gab zwar eine punktgenaue Landung für ein wenig weiße Weihnachten am ersten Feiertag, doch das hielt nur kurze Zeit an. Eine dünne Schneedecke verzauberte Stadt und Landschaft, aber ohne Sonne war es eher eine triste Angelegenheit. Es folgte am zweiten Weihnachtsfeiertag nachmittags Glatteis und nach und nach verzog sich die Kälte wieder.

Die Wintersonnenwende (21. Dezember) mit dem kürzesten Tag und der längsten Nacht fiel durch sieben Sonnenstunden, aber kalten Temperaturen positiv auf. Minus 9,7 Grad zeigte das Thermometer am 22. Dezember als niedrigsten Wert an. Doch die 3,3 Sonnenstunden lockten alle, die gerne die Natur genießen, warm eingepackt nach draußen. Am 30. erreichte die Temperatur mit 14 Grad ihren Höchststand bei 2,4 Sonnenstunden. Und der letzte Tag des Jahres 2021 brachte es auf 13,8 Grad, die zweite Tageshälfte war von 4,2 Stunden Sonne beschienen und versöhnte ein wenig die Tristesse in den Tagen zuvor. Es war auch in Gießen einer der mildesten, aufgezeichneten Silvestertage. Die »Sahara Düse«, wie Meteorologen den warmen Luftstrom bezeichneten, blies die Luft von den Kanaren und aus Afrika zu uns. Und die Wetterexperten sprachen von einer extrem seltenen Wetterlage zu dieser Jahreszeit.

Auf insgesamt 33,2 Sonnenstunden brachte es die Nummer 12 der Monate, hat der Wetterdienst Q.Met für die Station Gießen bei den Tageswerten ermittelt. Im vieljährigen Mittel (1961 bis 1990) wurden 32 Stunden festgehalten. Die Abweichung beträgt nach den Aufzeichnungen somit 103,6 Prozent. An 15 Tagen blieb es trüb und grau, wir mussten ohne Sonne auskommen. Auch bei Regen und Schnee hielt sich der Wintermonat zurück: Es fielen 47,8 Liter pro Quadratmeter Niederschlag, das vieljährige Mittel liegt bei 73 Litern, was einer Abweichung vom Mittel von 65,50 Prozent entspricht.

Kein Thema war wiederum der Wind in Gießen: Mit 16 Metern pro Sekunde in der Spitze am 1. Dezember erreichte er die höchste Geschwindigkeit für den gesamten Monat und zeigte damit nur wenig von den Eigenschaften eines Wintermonats. 2,8 Meter pro Sekunde gingen als mittlere Windgeschwindigkeit im gesamten Dezember in die Statistik ein.

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giloka_1101_wetter_temperat © Red
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giloka_1101_wetterkasten_ov © Red

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