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Sanierung der Ludwigstraße beginnt

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Von: Ingo Berghöfer

Die Ludwigstraße in Gießen wird saniert.
Die Ludwigstraße in Gießen wird saniert. © Rüdiger Schäfer

Ab Mittwoch kann man in Gießen vorerst nicht mehr vom Ludwigsplatz in die Bismarckstraße fahren.

Gießen . Ab nächstem Mittwoch kommt zu den zahlreichen Baustellen in Gießen eine weitere hinzu - und die wird für etwa 15 Monate zu Behinderungen in einer der Hauptadern im städtischen Verkehrsnetz führen. Beginnen sollen die Bauarbeiten zwischen dem Ludwigsplatz und der Kreuzung Bismarckstraße. Die geplanten Maßnahmen stellten nun Manfred Wunsch, Abteilungsleiter im Tiefbauamt, und Bürgermeister Alexander Wright vor.

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In den kommenden Monaten werden zwischen dem Ludwigsplatz und dem Riegelpfad umfangreiche Rohrleitungs- und Kanalbauarbeiten ausgeführt. Zudem wird die gerade für Radfahrer zur »Buckelpiste« gewordene Straßendecke vom Ludwigsplatz bis 75 Meter hinter der Abzweigung in die Alicenstraße grundhaft erneuert.

Allerdings habe nicht der schlechte Zustand der Straße die Sanierung nötig gemacht, sagte Wright, sondern der Zustand der Gasleitungen unter der Straße. Die alten Graugussrohre könnten unter der Belastung des Straßenverkehrs, der infolge des Verkehrsversuchs auch noch zunehmen dürfte, brechen, sodass Gas austreten könnte. Ersetzt werden sie jetzt durch stabilere, weil auch elastischere Kunststoffleitungen. Auch soll der Asphaltaufbau der Straße verstärkt werden, damit diese künftigem Schwerverkehr gewachsen ist.

Weil alleine die Tiefbauarbeiten bei dem insgesamt 3,3 Millionen Euro teuren Projekt mit 1,5 Millionen Euro zu Buche schlagen, wird die Stadt gemeinsam mit den Stadtwerken Gießen und den Mittelhessischen Wasserbetrieben die Infrastruktur unter der Ludwigstraße auf den neuesten Stand bringen, diese dabei umgestalten und fahrradgerechter machen. Dadurch werden rund 20 Parkplätze wegfallen. Die sechs Stellplätze auf der Höhe von Edeka und der Wohnbau GmbH bleiben aber erhalten.

Die Fahrbahn soll vor dem Universitätshauptgebäude auf das Niveau des Platzes angehoben werden und die Asphaltdecke mit einer Stempelung die Anmutung eines Kopfsteinpflasters bekommen. Dadurch solle auch die Charakteristik dieses Platzes hervorgehoben werden. Geteilt wird der dann optisch größere Vorplatz aber weiterhin durch Poller, damit er nicht als Parkplatz missbraucht wird.

Die einzige Bushaltestelle im Bereich der Sanierung soll barrierefrei umgebaut und einige Meter in Richtung Bleichstraße verlegt werden. Ebenfalls barrierefrei sein werden künftig die Fußgängerübergänge an den Kreuzungen. Durchgehende Radschutzstreifen wird es in der Ludwigstraße aufgrund der fehlenden Straßenbreite nicht geben können, bedauerte der Bürgermeister, dennoch würden die Radspuren nach Möglichkeit erweitert und durch neue Ampelanlagen sicherer gemacht.

Zwischen der Alicenstraße und dem Riegelpfad wird in einem der von Fußgängern am meisten frequentierten Bereiche der Ludwigstraße eine zusätzliche Fußgängerquerung mit einer Mittelinsel angelegt.

Wichtig: Der Knotenpunkt Ludwigstraße/Bismarckstraße bleibt im ersten Bauabschnitt im kommenden Frühjahr vorerst offen und kann weiter genutzt werden. Auch die Zufahrten für Anlieger und der Lehrerparkplatz bleiben für den größten Teil der Bauzeit zugänglich. »Man kann in die Ludwigstraße während der Bauarbeiten einfahren, aber man kann sie nicht durchfahren«, erläutert Wunsch. Der zweite Bauabschnitt betrifft dann voraussichtlich ab Mai den Bereich Bismarckstraße bis Bleichstraße, bevor die Sanierung mit dem Abschnitt zwischen Bleichstraße und Riegelpfad abgeschlossen wird.

Mitbetroffen von den Baumaßnahmen ist zudem die Roonstraße. Sie wird in einem kurzen Abschnitt im Kreuzungsbereich Ludwigstraße zur Einbahnstraße. Das heißt, Autofahrer aus Richtung Grünberg können noch aus der Ludwigstraße in sie einfahren, aber nicht mehr heraus. Verlassen kann man die Roonstraße dann nur noch über die Straßen »Am alten Gaswerk«, den großen Steinweg und die Moltkestraße.

Wegen der Sanierung der Ludwigsstraße leiten die Stadtwerke Gießen (SWG) die Linien 3, 6, 13, LT9 und 802 in beiden Fahrtrichtungen um. Die alternative Linienführung verläuft ab der Haltestelle »Berliner Platz« über die Grünberger Straße, die Gutenbergstraße und den Nahrungsberg weiter zur Bismarckstraße beziehungsweise in entgegengesetzter Richtung. Deshalb kann auch die Haltestelle »Liebigschule« nicht angefahren werden. In der Straße Nahrungsberg richten die SWG aber in Höhe der Keplerstraße beidseitig eine Ersatzhaltestelle ein. Hier gelten auch weiterhin die gewohnten Abfahrtszeiten der Haltestelle »Liebigschule«. Auch der Nachtbus »Saturn« kann für die Dauer der Sperrung die Haltestellen »Liebigschule« und »Sternmark« aus umlauftechnischen Gründen nicht mehr bedienen. Diese Umleitung bleibt voraussichtlich bis zum Frühjahr 2023 bestehen. (red)

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