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»Sauber ist schöner«

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Auch fleißige Müllsammler brauchen eine Pause: Auf dem neuen Spielplatz am Schwarzlachweg gab es für sie eine kleine Stärkung. © Jung

Das Wetter für einen solchen Einsatz hätte nicht besser sein können.: 60 meist junge Teilnehmer »fegten« bei der Aktion »Wischmob« durch die Nordstadt und sammelten jede Menge Unrat.

Gießen. »Sauber ist schöner«, das war das Motto des vom Nordstadtverein organisierten Frühjahrsputz in der gesamten Nordstadt. Ziel des neunten »Wischmobs«, wie die Aktion bezeichnet wird, war es, in drei Stunden so viel wie möglich Müll und Unrat von den Straßen, Gehwegen und Plätzen des Quartiers zu »fegen«. Das Wetter für einen solchen Einsatz hätte nicht besser sein können.

Eines der acht Teams war im Flussstraßenviertel unterwegs, mit dabei die Stadtteilmanagerin für diese Gegend, Frauke Kühn. Gut gelaunt zog die muntere Truppe, bestehend nur aus »Aufräumerinnen« durch die Straßen. Den 1. Preis für Beharrlichkeit heimste die zehnjährige Clara ein, die eine Radkappe in den Müllsack beförderte. Aus den Mädchen sprudelte es nur so heraus, bei der Frage, was sie denn so alles entdeckten: Socken, Unterhosen, Handschuhe. Die ebenfalls zehnjährige Elisabeth, die das erste Mal dabei war, fand ein Rohr, wie sie sagte: »so groß wie ich«.

Unzählige Zigarettenkippen - »eine mühselige Arbeit, die aufzusammeln« - fanden sich später im Eimer. Zwischendurch stärkten sich die Kinder und die sie begleitenden Mütter mit Süßigkeiten und Apfelsaftschorle. Heike Grimm vom Nordstadtverein hatte ein großes Paket gepackt, damit alle versorgt werden konnten. Bei der kleinen Entspannungspause auf dem schönen, neuen Spielplatz im Schwarzlachweg, turnten die Kinder an den Klettergerüsten, sausten die Rutsche hinab.

Clara entdeckte dann einen Fahrradschlüssel auf dem Rasen und ein wenig sauberer ist jetzt die Schotterfläche, nachdem der Großteil der Kippen aufgesammelt war. Ein weggeworfenes Paket Zeitungen, noch in der Hülle eingeschweißt, sorgte bei der Gruppe von Stadtteilmanager Lutz Perkitny für Empörung. Sie beförderte auch ein Bettgestell auf den Pritschenwagen vom Wohnbau Mieterservice.

»Das kann man im Sommer öfter machen!«, rief eine der 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Ob dann noch so viele Leute kommen? Weniger Kühlschränke und Schränke zählten dieses Mal zum Unrat allerdings lagerte ein großer Haufen Schrankteile am Rand des Schwarzlachwegs, vielleicht angemeldet für die Sperrmüllabfuhr.

Bridget Itugbu, die schon 15 Jahre beim »Wischmob« mitmacht, meinte, solche Aktionen seien »gut für die Gesellschaft«, sich beim Spaziergang zu bewegen ist für sie ein Nebeneffekt, mit netten Leuten zu plaudern und der Umwelt Gutes zu tun, mache ihr großen Spaß. Das letzte Mal als Bewohner der Nordstadt hat Marc Lang zur Zange gegriffen. Er war zwei Mal dabei, hat sich aber immer mal nützlich gemacht für den Nordstadtverein zum Beispiel mit Essen ausfahren. Jetzt zieht er in den Stadtteil Allendorf, will aber der Nordstadt verbunden bleiben.

Das Ergebnis vom dreistündigen »Fegen« in der Nordstadt zeigte sich in einem gefüllten Container in der Ederstraße. »Den vielen Helfern gebührt ein riesiges Dankeschön«, sagte Lutz Perkitny am Ende der Aktion, als die Teilnehmenden auf dem Außengelände der IJB heiße Suppe schlürften. Und auch Stadträtin Astrid Eibelshäuser sprach ihnen ihre Anerkennung aus.

Mitglieder vom Jugendzentrum Holzwurm, der DITIB Jugend der Türkisch-muslimischen Gemeinde, der Evangelisch freikirchlichen Gemeinde, des Türkischen Kunstmusik- und Kulturvereins, der SPD Gießen-Nord, der Wohnbau Mieterservice und der Jugendfeuerwehr durchstreiften die Nordstadt auf der Suche nach Müll und Unrat. An die IJB geht die sich aus der gesammelten Müllmenge ergebende jährliche Spende von mindestens 100 Euro.

Die Aktion war angelehnt an die Kampagne »Sauberhaftes Gießen« und damit Teil der landesweiten Umweltkampagne »Sauberhaftes Hessen«. Unterstützt wurde die Müllsammlung durch den Rewe-Markt Totzek in der Marburger Straße und den Lagerverkauf Freilinger in der Marburger Straße.

Die Wohnbau Mieterservice GmbH als nordstädtisches Unternehmen und das Stadtreinigungs- und Fuhramt stärkten das Event durch Werkzeuge und Logistik.

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