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»Schnurrntoichl« und »Floderer«

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Von: Thomas Wißner

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Jürgen Mückstein hat sich passend in Egerländer Männertracht geworfen. Foto: Wißner © Wißner

Gießen (twi). Anlässlich der Auszeichnung der Egerländer Tracht als »Tracht des Jahres 2022« findet noch bis zum 28. Oktober in der Geschäftsstelle der Volksbank Mittelhessen in der Goethestraße eine kleine Trachtenschau statt.

Jürgen Mückstein (Hungen), Organisationsleiter des Landesverband Hessen der Egerländer Gmoin hat an der nach Hungen und Lich nun in Gießen zu sehenden Wanderausstellung federführend mitgewirkt und stellte die gezeigten Trachten und Hauben vor.

Seit 2006 wird vom Deutschen Trachtenverband das Prädikat »Tracht des Jahres« verliehen. Wie in vielen anderen Gegenden Europas auch, gab es im Egerland keine einheitliche Tracht. Man unterscheidet acht Hauptgebiete. Dies waren die Gegenden um Eger, Asch, Karlsbad - Ellbogen - Falkenau, Luditz, Marienbad, Mies, Chotischau und Bischofteinitz. Die Egerländer Trachten sind jahrhundertealte Bauerntrachten, die sich wesentlich unterscheiden, sehr vielfältig und farbenfroh sind. Als das Egerland noch urwüchsiges Bauernland war, wurden sie von allen Bewohnern getragen. Durch die Vertreibung hat die Egerländer Tracht auch hier Einzug gehalten und wurde vor allem durch die Gmoi in Gießen und Hungen präsentiert und bei Festen vorgestellt. Passend zu den ausgestellten Frauentrachten und Hauben hatte Mückstein die Egerländer Männertracht angezogen, bei der vor allem der »Floderer« mit schwarzen Seitenbändern und die Schnallenschuhe ins Auge stechen.

Besonderen Wert legen die Frauen auf ihre Gold-, Silber- oder Flinnerlhauben. Die Kopfbedeckung der Egerer Frauentracht besteht aus einem Tuch, das zu einem »Nebanitzer Knoten« gebunden wird. Das Kopftuch wird auch »Schnurrntoichl« genannt.

Die Ausstellung kann während der Öffnungszeiten - montags bis freitags von 9 bis 18 Uhr - besucht werden.

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