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Schon wieder verunreinigt

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Von: Rüdiger Schäfer

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Auf dem Klingelbach hat sich abermals ein Ölfilm gebildet. Doch wodurch wird die Verschmutzung verursacht? Foto: Schäfer © Schäfer

Wie im April ist erneut Kraftstoff in den Klingelbach in Gießen gelangt. Die Ursache bleibt unklar. Eine Anwohnerin kritisiert, dass nicht mit Nachdruck danach gesucht werde.

Gießen (rsa). Erneut ist das Wasser des Klingelbachs verunreinigt - wie im April durch Kraftstoff. Vor einer Woche war es ausgeschwemmter Ton. Im Frühjahr war gemutmaßt worden, dass der Starkregen vom Vortag an den Lkw-Parkplätzen eines Mineralölhändlers im Europaviertel die Ölabscheider hatte überlaufen lassen, sodass verseuchtes Wasser ungefiltert in den Kanal und dann in den Klingelbach gelangt sein könnte. Untersuchungen der Berufsfeuerwehr bestätigten diesen Verdacht nicht.

Ursache unklar

»Mehrmals im Jahr« komme es zu solchen Einsätzen, zumeist nach Starkregen, teilen die Feuerwehr und die Mittelhessischen Wasserbetrieben (MWB) mit. Ob es sich um »Ausströmungen aus Hinterlassenschaften der US-Armee« oder eine andere Ursache handelte, war nicht festzustellen. Diesmal scheint die Lage eine andere zu sein: Die im Anneröder Viertel wohnende Katharina Rinn wandte sich an die Öffentlichkeit: »Zum wiederholten Male ist Öl oder Ähnliches in unserem Bach. Es tritt aus einem Rohr aus dem Europaviertel aus«, schildert Rinn ihre Beobachtungen. Da Flora und Fauna in Gefahr seien, habe sie das Regierungspräsidium Gießen und die Untere Wasserschutzbehörde des Landkreises informiert. Die Diplom-Ingenieurin, die als Sachverständige für nachhaltiges Bauen arbeitet, hat den Eindruck, dass der Verschmutzung nicht wirklich auf den Grund gegangen werde. »Es werden Filter angebracht, aber es wird nicht verhindert, dass ölhaltiges Wasser in den Bach eindringt.« Die Gießenerin fordert, den Kanal zu befahren und fortlaufend Wasserproben zu entnehmen, um das Problem dauerhaft zu lösen.

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