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Schuhhaus Henkel in Sonnenstraße schließt

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Marc Spahr vor dem bald schließenden Laden. Foto: Schäfer © Schäfer

Der Räumungsverkauf des Ladens in der Gießener Innenstadt läuft bis zum Juli. »Die Kosten fliegen uns um die Ohren«, beklagt der Betreiber, der noch drei weitere Filialen unterhält.

Gießen (rsa). Ein weiteres Inhaber-geführtes Einzelhandelsgeschäft in der Innenstadt macht dicht. »Räumungsverkauf wegen Geschäftsaufgabe - Alles muss raus!«, ist auf einem Schild am Schuhhaus Henkel in der Sonnenstraße zu lesen. Nach der Jahresmitte wird es seine Pforten für immer schließen. »Von roten Zahlen kann man nicht leben«, bedauert Marc Spahr im Gespräch mit dem Anzeiger das Aus für den Schuhladen. »Die Kosten fliegen uns um die Ohren. Miete, alle möglichen Gebühren der Stadt. Es rechnet sich betriebswirtschaftlich einfach nicht mehr.« Schon vor Corona habe es einen Frequenzrückgang von potenziellen Käufern gegeben. Bereits zu dieser Zeit habe sich der stark zunehmende Online-Handel beim eigenen Umsatzrückgang verstärkt bemerkbar gemacht. Die Pandemie habe es »noch verschlimmert. Corona war eine Art Todesstoß«.

Dazu geselle sich, dass die Lage des Geschäftes in der Sonnenstraße nicht gerade die beste sei. »Wir liegen hier etwas ab vom Schuss.« Spahr blickt leicht wehmütig drein: »Bis Ende Juli müssen wir die Geschäftsräume geräumt haben.« Was bis zum Schluss nicht verkauft ist, kann Spahr in die drei weiteren, bestehen bleibenden Filialen in Bad Nauheim (zweimal) und Ober-Ursel mitnehmen. Sein Großvater hatte 1946 als gelernter Schuhmacher in Braunfels mit dem Schuhhandel begonnen. Dessen Sohn Rudolf, der Vater von Marc Spahr, eröffnete Anfang der 1980er Jahre in Bad Nauheim sein erstes Schuhgeschäft. Zehn Jahre danach kam das zweite in der Kurstadt hinzu. Mitte der Nuller Jahre eine dritte Filiale in Ober-Ursel (Taunus).

2005 übernahm Spahr von Bernd und Karin Henkel das Schuhgeschäft Henkel in der Sonnenstraße und beließ es beim Namen des Ladens. Froh ist er, dass seine Gießener Mitarbeiter bereits neue Beschäftigungen gefunden haben. In Bad Nauheim habe sich die geschäftliche Lage nach der schlimmsten Corona-Zeit dadurch erholt, dass man von der wieder stark zugenommen Anzahl der Kurgäste profitiere, berichtet er und blickt zuversichtlich in die Zukunft.

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